Schießen PPS

Großer Erfolg bei der WM in China

Guangdong und Guangzhou ? Noch nie gehört – dann ging es euch ähnlich wie mir. Als die Einladung zur 2 USIP Weltmeisterschaft im Schießen mit Dienstwaffen in Guangdong bzw Guangzhou über den Tisch flatterte, musste ich erst einmal im Wikipedia nachlesen.

Guangzhou – Blick vom Fernstehturm

Der Fernsehturm – Canton Tower

Guangdong – ehemals Kanton – ist eine chinesische Küstenprovinz im Südosten des Landes, die an Hongkong und Macau grenzt; die Hauptstadt Guangzhou liegt im industriell geprägten Delta des Perlflusses. Guangzhou ist eine weitläufige Hafenstadt in China, nordwestlich von Hongkong am Perlfluss gelegen und hat 14, 5 Millionen Einwohner.

Genau in diese Stadt sind wir am 11. November 2018 zur Weltmeisterschaft im Schießen mit Dienstwaffen aufgebrochen; wir das sind Referatsleiter BMI/I/13/b  Mag. Manfred RIEGLER BA MA als Leiter der österreichischen Delegation, Paul PIRCHNER als Coach, Administrator und Fachreferent des ÖPolSV und die 5 Schützen Reinhard HANDL, Simon HEILIGENBRUNNER, Andreas ORIOL, Gottfried POST und Manfred WINKLER.

Österr. Delegation von links: Gottfried Post, Simon Heiligenbrunner, Andreas Oriol, Manfred Riegler, Manfred Winkler , Reinhard Handl und Paul Pirchner

Kurz vor dem Start nach Moskau – wir flogen mit AEROFLOT – von Wien-Schwechat über Moskau nach Guangzhou kam es mit einem AEROFLOT-Mitarbeiter noch zu heftigen Diskussionen, die damit endeten, dass 3 Schützen ihre gesamte Munition in Wien zurücklassen mussten; die Munition dieser 3 Kollegen schien im System von AEROFLOT nicht auf.  So hoben wir doch etwas aufgeregt in Richtung Moskau auf; der Weiterflug nach China verzögerte sich etwas und gegen 11:00 Uhr – die Uhr wurde in der Zwischenzeit um 7 Stunden nach vorne gedreht – landeten wir in Guangzhou; noch am Gangway wurden wir von 2 chinesischen Betreuern, wobei einer perfekt Deutsch sprach, abgeholt. Dann die – wahrscheinlich für alle Chinareisenden – üblichen Prozedere wie Abnahme der Fingerprints aller 10 Finger, Gesichtsscreening usw. Am Flughafen gab es dann nochmals eine kurze Aufregung, da 2 Kollegen die Handschellen nicht mit dem Waffenkoffer, sondern mit dem normalen Gepäck, transportiert hatten; die Handschellen wurden vom Zoll beschlagnahmt und schließlich ging es mit dem Bus in Richtung Hotel. Nach einer Stunde Fahrt checkten wir in einem luxuriösen Hotel der Hilton-Gruppe mitten in der City hundsmüde gegen 14:00 Uhr ein und kamen so gerade noch rechtzeitig zum Mittagessen.

Danach stand noch eine erste Lageerkundung der Umgebung am Programm.

Am zweiten Tag – alle noch müde von der langen Anreise und dem Jetlag – stand dann ein Training im Police Training Center of Guangdong Province am Programm; nach über einer Stunde Fahrzeit mit modernen Reisebussen trafen wir an der Shooting Range ein; in nicht einmal 1 Jahr hatten die Chinesen ein Schieß- und Trainingszentrum aus dem Boden gestampft, das uns alle vor Neid erblassen ließ. Die Dienstwaffen und die Munition wurden den Schützen vor Ort ausgefolgt – die Waffen verblieben während des gesamten Aufenthaltes beim Veranstalter bzw. der Polizei – und jeder Schütze durfte dann innerhalb von 5 Minuten 20 Trainingsschüsse streng nach Kommando so wie in der Polizeigrundausbildung abgeben; dann wurden die Waffen und Munition wieder in die Hände der dortigen Polizei übergeben.

Die österreichische Mannschaft beim Trainingsschießen

Am Abend folgte dann noch das Technical Meeting und es gab gegenüber  dem ursprünglichen Reglement doch einige Änderungen.

Am nächsten Tag startete der Wettkampf. Wie immer wurden die Teilnehmer mit Bussen und Polizeieskorten zum Schießplatz gebracht; wie bei einem Staatsbesuch wurden neuralgische Kreuzungen gesperrt, um dem Konvoi die Vorfahrt zu ermöglichen.

Der Veranstalter hatte insgesamt 10 anspruchsvolle Stages aufgebaut, wobei die Einzelstarter 7 und die Mitglieder des Teams alle 10 Stages absolvierten.

Stage 7: To search for suspects around the mountain


Der Stern mit No-Shot-Scheiben auf Stage 6

Im Einzel gingen Reinhard HANDL der EKO Cobra Mitte, Simon HEILIGENBRUNNER der EKO Cobra Ost, Andreas ORIOL der LPD OÖ und Manfred WINKLER der EKO Cobra Mitte an den Start; Gottfried POST der LPD OÖ musste als Jolly Joker – Reservist – schweren Herzens zuschauen. Wir durften auch ein Team mit 2 Schützen  stellen und entschieden uns für Andreas ORIOL und Manfred WINKLER als TEAM AUSTRIA.

Die 4 Starter des österr. Teams: Reinhard Handl, Manfred Winkler, Andreas Oriol und Simon Heiligenbrunner

Beim Aufbau und Stagedesign hatte der Veranstalter keine Kosten und Mühen gescheut; die einzelnen Stages waren gemäß dem jeweiligen Motto sehr farbenfroh, lebendig und abwechslungsreich aufgebaut und hatten klingende Namen wie etwa „To arrest the robbing mobsters“, „To handle the terror killing at school“, „Attack on the beach“, „Terrorism on a metro-station“, „Terrorism on the square“ oder „To search for suspects around the mountain!“ Wie man hört, durchaus sehr sensible, besondere Lagen, die jederzeit auftreten könnten, sich aber keiner wünscht.

Manfred Winkler verschafft sich einen Überblick

Auch sonst hat es der Veranstalter den Teilnehmern nicht leicht gemacht; alles, was im IPSC-Sport das Schießen so besonders macht, wurde in den Parcours eingebaut. Es gab kaum eine Stage, wo nicht mindestens ein bewegliches Ziel verbaut wurde, sei es ein Pendel, ein sog. „Up and Down“ oder eine fahrende Scheibe. Mit Metallscheiben – Plates und Popper – wurde auch nicht gegeizt, noch dazu mit teilweise weiten Entfernungen, nämlich bis zu 20 Metern.

Reinhard Handl schießt in der Bewegung
Stage 8: ‚Terrorism on the square

Wenngleich der Aufbau sich eng am Reglement der IPSC orientierte, so gab es doch ganz entscheidende Unterschiede zu einem üblichen IPSC-Match.

Andi Oriol sucht die geeignete Position

Als Targets wurden vorwiegend sog. „Mannscheiben“ verwendet, dh Täterscheiben oder Täter/Freundscheiben.

Mannscheibe mit Kernzone (0-Zone)

Mannscheibe mit 2 Randzonen

Die im IPSC übliche Wertung – Treffer durch Zeit – wurde ebenso nicht angewendet. Die Mannscheiben waren mit einer sog. „Kernzone“ und mit 1 oder 2 Randzonen ausgestattet.  Jedes Target musste mindestens 2 Treffer aufweisen, wobei Treffer in der Kern- oder Null-Zone keine „Strafsekunden“ mit sich brachten,  Treffer in den Randzonen aber sehr wohl; ein Treffer in der 1. Randzone wurde mit +3 Sekunden, ein Treffer in der 2. Randzone mit +5 Sekunden gewertet. Es zählten alle Treffer auf der Scheibe, entgegen dem IPSC-Reglement konnte ein zusätzlicher 3. Schuss einen Randzonentreffer nicht mehr ausmerzen.

Ein Fehlschuss, dh nur 1 Treffer auf dem Target, wurde mit +10 Sekunden, ein Freund/Geiseltreffer gar mit +20 Sekunden gewertet.

Als Endzeit für die Bewältigung eines Parcours zählte daher nicht nur wie schnell der Parcours absolviert wurde, sondern es wurden noch alle Strafsekunden dazugezählt.

Manfred Winkler auf Stage 4

Zusätzlich hat der Veranstalter auch noch vorgegeben, wie viele Magazine verwendet werden dürfen und wie viele Patronen in jedem Magazin geladen werden dürfen; noch dazu lag die zu magazinierende Patronenanzahl nur knapp über der Mindestschussanzahl, dh man hatte je nach Stage 2 – 5 Patronen mehr zur Verfügung als die absolute Mindestschussanzahl.

Simon Heiligenbrunner wartet auf das Startsignal

Dies alles hört sich einfach an, war aber gerade für IPSC-Schützen eine Riesenherausforderung; bei der IPSC geht es doch sehr um Schnelligkeit, es zählen immer nur die 2 besten Treffer und die Anzahl der abgegebenen Schüsse ist eigentlich unbegrenzt bzw. geht einfach auf Kosten der Zeit; einen Randtreffer kann man bei der IPSC durch einen sauberen Schuss in die A-Zone relativ gut ausgleichen, auch wenn die Zeit dafür einige Zehntelsekunden länger wird; letztlich werden die Punkte dann durch die Zeit dividiert.

Reinhard HANDL in Action

Somit war von Anfang an klar, dass ein gezieltes, sauberes, sehr präzises Schießen das Um und Auf sein wird; die Treffer sollten unter allen Umständen in der Kernzone liegen und die Zeit eine etwas untergeordnetere Rolle spielen. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass die Profis auf Pendelscheiben durchwegs gezielte Einzelschüsse abgaben und lieber den nächsten Hub abwarteten als gleich einen Doppelschuss – Doublette – zu riskieren; die Gefahr von einigen Strafsekunden wäre viel zu groß gewesen. Auch auf weite Entfernungen wie etwa Plates auf 15 – 20 Meter war ein präzises und sauberes Zielen unbedingt erforderlich, da sich die Munitionskapazität ansonsten bald dem Ende neigen würde; so manchem Teilnehmer, der sich bei diesen weiten Entfernungen „verbrannt“ hatte, ging dann tatsächlich bereits zur Hälfte des Parcours die Munition aus…

Andi Oriol beim Wegstarten

Andi Oriol

Andreas ORIOL der LPD OÖ, mehrfacher Staatsmeister in der IPSC-Production-Klasse und schon seit Jahren ein ausgezeichneter Glock-Schütze, bewältigte diese Gratwanderung zwischen halbwegs schnell und flüssig, aber dennoch sehr präzise am besten und belegte im Endklassement im Bewerb „Herren Einzel“ schließlich den ausgezeichneten 3. Platz hinter 2 Chinesen.

3. Platz im Herren-Einzel: Andreas ORIOL der LPD OÖ

Simon HEILIGENBRUNNER der EKO Cobra  war zwar nicht immer der schnellste im Parcour, schoss dafür aber extrem präzise und sauber und belegte somit in der Gesamtwertung den hervorragenden 8. Platz. Reinhard HANDL der EKO Cobra Mitte, Vizeweltmeister in der IPSC-Standart-Division bei den Senioren drückte zwar einige Male sehr schnell ab so wie aus der IPSC gewohnt, hatte in Summe aber zu viele Randtreffer, dh Strafsekunden, wurde aber immer noch 10. im Einzel. Manfred WINKLER der EKO Cobra Linz fand ab und zu auch nicht den ganz richtigen Draht zwischen schnell, konzentriert und präzise, konnte sich als 12. aber auch noch ganz weit vorne im Spitzenfeld klassifizieren.

Die 4 Schützen von links: Simon Heiligenbrunner, Andreas Oriol, Manfred Winkler und Reinhard Handl

In der Teamwertung belegte das TEAM AUSTRIA – Andreas ORIOL und Manfred WINKLER – den undankbaren 4. Platz hinter China 1, Weißrussland und Tschechien.

Team Austria: Andreas Oriol und Manfred Winkler – Platz 4

Die österreichische Delegation hat sich somit hervorragend geschlagen; bei insgesamt 73 Nationen und 256 Starter/Innen alle 4 Schützen unter die ersten 12 zu bringen, ist eine ausgezeichnete Bilanz und macht mich stolz; ein 4. Platz in der Mannschaft tut immer etwas weh, aber bei etwa 40 Mannschaften sich unter den Top 4 zu klassifizieren ist ebenfalls eine mehr als besondere Leistung.

Der 3. Platz von Andi ORIOL im Einzel zählt ja fast wie eine Goldene, wurden doch alle Meistertitel an die Chinesen vergeben; wenn  in einer Klasse 2 Chinesen am Start waren, so waren die ersten beiden Plätze schon vergeben und so wurde Andi von einigen Gratulanten als „The Real Champion“ bezeichnet.  Ich möchte die Leistungen der chinesischen Delegation nicht schmälern, dass der Ablauf der Parcours aber offensichtlich im Vorfeld schon sehr ausgiebig trainiert worden sein dürfte, war augenscheinlich.

Andi`s 3. Platz strahlte wie eine Goldene

Andi konnte auch international ganz herausragende Schützen hinter sich lassen; so wurde der ungarische  Polizeiweltmeister von 2016 und Top-IPSC-Schütze Gyorgi BATKY 5.,  der tschechische IPSC-Spitzenschütze und letztjährige Polizeiweltmeister Miroslav ZAPETAL 7. und der regierende Weltmeister in der IPSC Open-Division, Jorge BALLESTEROS aus Spanien, nur 16.

Was gab es sonst noch bei der WM in China ?

Die Eröffnungszeremonie der Weltmeisterschaft war gigantisch, bombastisch und so wie es der USIP-Präsident bezeichnet hatte, wohl nur mit der Eröffnung einer Olympiade vergleichbar; die Chinesen hatten eine Multi-Media-Show aufgeboten, wo zuerst die mehrere tausend Jahre alte Kultur der Chinesen dargeboten wurde und sich anschließend alle Abteilungen der Polizei mit hunderten Teilnehmern präsentierten; eine derartig gigantische Show hat wohl noch keiner von uns je gesehen. Die Chinesen hatten fast alles vom Hubschrauber bis zu den Drohnen aufgeboten.

Eröffnungsfeier
Präsentation der Polizei bei der Eröffnungsfeier

Die Organisation, der Ablauf und das Rundherum waren perfekt; alles klappte wie am Schnürchen.  Ganze Hundertschaften von Polizisten arbeiteten am Gelingen der Veranstaltung mit. Ein Toppen dieser Veranstaltung wird nicht möglich sein; die Latte für zukünftige USIP-Weltmeisterschaften wurde in schier unerreichbare Höhen gelegt.

Auch das Sightseeing-Programm in der 14-Millionen Stadt in Südchina kam nicht zu kurz und so sind wir am 20. November 2018 abends mit vielen Eindrücken und gesund wieder in Wien-Schwechat gelandet.

Guangzhou – New Town

Zum Abschluss möchte ich mich auch beim Dienstgeber für die Entsendung und das Vertrauen, das in uns gesteckt wurde, bedanken. Die österreichische Delegation hat sich hervorragend präsentiert und wieder einmal gezeigt, dass das kleine Österreich im Schießsport eine „Weltmacht“ ist; wir freuen uns jetzt schon auf die nächste USIP Weltmeisterschaft in Milano/Italien und dürfen hoffentlich wieder die Fahnen Österreichs vertreten !

Im Anschluss noch einige Fotos:

2n USIP World Police Service Pistol Shooting Championship

Simon HEILIGENBRUNNER rast um die Ecke

Reinhard Handl und Manfred Winkler

Team Österreich wartet auf die Siegerehrung

Manfred Winkler

Mag. Manfred Riegler BA MA – Delegationsleiter

Paul Pirchner, Fachreferent ÖPolSV Großkaliberschießen PPS – Coach, Administrator und Verfasser des Artikels

Andi Oriol und Simon Heiligenbrunner


Andreas Oriol und Manfred Winkler – Team Austria bei Stage 4

Eröffnungszeremonie


Das war 2018 und das bringt 2019

Mit gewonnen Medaillen bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften mit Luftwaffen, Feuerpistole und KK-Gewehr können wir im BM.I-Leistungskader Schießen mit Sportwaffen wirklich zufrieden sein. Dazu kamen noch internationale Einsätze wie die Teilnahmen an der ISSF-EM Luftwaffen und an Weltcups. Der Focus für 2019 ist auf die Europäische Polizeimeisterschaft im Schießen ausgerichtet. Mit unserem letzten Trainingskurs im November 2018 in Ebbs ist der „Startschuss“ für die neue Saison bereits gemacht worden.

Fachreferent Alois Fink

Unsere beiden ÖSB-Kadermitglieder, Thomas Havlicek und Rene Wankmüller waren international im Einsatz. Tom startete bei den ISSF-Weltcups in Changwon / Südkorea und München sowie unter anderem beim GP in Pilsen und dem Schnellfeur-Cup in Suhl. Rene war bei der Luftwaffen-EM in Györ / Ungarn und ebenfalls beim Weltcup in München im Einsatz. Beide konnten sich bei ihren Wettkämpfen ihr Leistungspotential abrufen und Platzierungen im hinteren Mittelfeld erreichen.

Thomas Havlicek

In der Kaderzusammensetzung gibt es mit den Neuaufnahmen von Julia Pichler (Gewehr) und Sonja Jammerbund (Pistole) für 2019 zwei Zugänge. Beide sind in diesem Jahr durch erbrachte Leistungen bei Staatsmeisterschaften und auf Landesebene bereits ins Rampenlicht getreten. Hannes Kröll, lange Jahre Pistolenschütze und Aushängeschild im Kader, wenn es um Spitzenleistungen mit Luftpistole und 50-m-Pistole ging, scheidet mit Jahresablauf freiwillig aus dem Kader aus. Hannes, dir auf diesem Weg von hier aus alles Gute.

Silke Kohlweg

Höhepunkt 2019 im Polizeisport ist für die Kaderschützen die 17. USPE Polizeieuropameisterschaft im Schießen, die von 17. bis 22. Juni in Suhl /Deutschland stattfindet sowie die ÖPOLSV-Verbandsmeisterschaft in Linz von 23. bis 25. Mai. National gesehen, sind wiederum sie ÖStM und ÖM die Highlights. Zudem wären die Teilnahmen an ISSF-EM für Luftwaffen in Osjek und die Kleinkaliber-EM in Bologna für den einen oder anderen aus dem Kader wieder ein angestrebtes und realistisch gesehen, auch durchaus erreichbares Ziel. Weitere internationale Wettkämpfe wie Weltcups, die European Games in Minsk, die Pistol-Trophy in Pilsen und München, der H&N-Cup in München, der Grand Prix of Tyrol und der Meyton-Cup in Innsbruck, der GP of Liberty in Pilsen, der Suhler-Schnellfeuercup, das Masters in Pilsen usw., sind von uns anvisiert . Ein dicht gedrängtes Wettkampfprogramm kommt da nächstes Jahr auf uns zu.

Dietmar Keutschegger

Um dafür gerüstet zu sein, muss natürlich auch trainiert werden. Die Trainingskurse und die Vorbereitungskurse für den qualifizierten Kader zur USPE-EPM allein, werden wohl nicht ausreichend sein. Die Lehrgänge des ÖSB und das Training in den Heimvereinen werden viel Freizeit in Anspruch nehmen. Und weil wir keine Sportprofis sind, kommt auch noch der finanzielle Aspekt dazu. Einige tausend Schüsse werden die Läufe unserer Sportgeräte verlassen bis die Form stimmt und das kommende Jahr, hoffentlich wieder ähnlich erfolgreich zu Ende geht, wie das heurige.

Gewehrtrainer Mag. Wolfgang Schator

S. Reischl

Alle Fotos: Siegfried Reischl

Die Bergeralm -ein „Frühjahrswunder“

Während der ersten zwei Trainingskurse der Saison 2015/16 kämpften wir mit akutem Schneemangel. Der „Frühlingsherbst 2.0“ machte der alpinen Polizeimannschaft neuerlich schwer zu schaffen. Kein Schnee weit und breit, und herrschende Temperaturen, die an Schneefall nicht denken ließen. Aus Vorsicht hatten wir den Kurs in Neustift im Stubaital, im Hotel Almhof Danler gebucht. Es hatte den Vorteil, dass mit dem Stubaier Gletscher bei Bedarf eine schneesichere Destination zur Verfügung gestanden wäre. Was es jedoch bei Schlechtwetter bedeutet hätte, auf mehr als 3000 Metern Seehöhe trainieren zu müssen, hatten wir schon beim ersten Kurs in Sölden erlebt. Somit wurde auch eine Trainingspiste im Trainingsskigebiet des Alpin-Ski Weltmeisters Manni Pranger, nämlich auf der Bergeralm bei Stainach/Brenner reserviert.

So hätten wir uns auf der Bergeralm die Schneelage vorgestellt (Bild aus der Saison 2013)

So hätten wir uns auf der Bergeralm die Schneelage vorgestellt (Bild aus der Saison 2013)

Die Bergeralm, das Topskigebiet in der Kategorie „Skigebiete bis 30 km Pisten“, wurde von uns schon öfter als Trainingsgelände gewählt. Optimale Verhältnisse, gelungenes Nebeneinander von Touristen und Rennläufern, professionelles Personal als Ansprechpartner und – heuer ganz besonders wichtig: absolute Schneesicherheit.

Womit ich schon beim eingangs erwähnten Frühjahrswunder wäre. Der Kurs 2 dauerte von 14. – 18. Dezember 2015. Dieser Termin versprach in der Vergangenheit eher einen Kampf gegen zu viel Neuschnee und kalte Temperaturen. Doch wie schon voriges Jahr fanden wir Temperaturen von +15 Grad Celsius tagsüber und +1-3 Grad Celsius während der Nächte vor. Zu allem Überdruss begann es am Mittwoch auch noch zu regnen und die Piste war durchweicht. Alles in allem herrschten am Vorweihnachtskurs Verhältnisse wie im März.

Trotz der frühlingshaften Temperaturen waren die Bedingungen top.

Trotz der frühlingshaften Temperaturen waren die Bedingungen top.

Doch die Organisation der Bergeralm Bahnen machte Unmögliches möglich. Wir verloren trotz der widrigen Umstände keinen Trainingstag. Die Maschinenschneedecke erwies sich als resistent gegen alle negativen Einflüsse. Montag bis Mittwoch stand Riesenslalomtraining, Donnerstag bis Freitag Slalomtraining auf dem Programm.

Rudolf Jank bei seiner Fahrt zur persönlichen Bestzeit.

Rudolf Jank bei seiner Fahrt zur persönlichen Bestzeit.

Die Mannschaft war von den Verhältnissen begeistert und am Ende der Woche konnten wir uns stellvertretend für die Betriebsleitung bei Ing. Florian Raffl bedanken.

Michael Baumann auf dem Weg in die Leistungssportler-Pension. Er wird nächstes Jahr auf eigenen Wunsch seine Karriere beenden.

Michael Baumann auf dem Weg in die Leistungssportler-Pension. Er wird nächstes Jahr auf eigenen Wunsch seine Karriere beenden.

Die Leistungskurve der Sportlerinnen stieg durch diesen Kurs deutlich nach oben. Dies war zu einem großen Teil den Trainingsbedingungen zu verdanken. Aber auch als Touristen-Skidestination ist die Bergeralm allen Kollegen ans Herz zu legen.

Trainiert wurde mit absolutem Einsatz (Bild 1 HInterberger, Bild 2 Jank)

Trainiert wurde mit absolutem Einsatz (Werner Hinterberger oben, Klaus Waldner unten)

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Qualifikation für die EPM 2015 geschafft!

Nach der erfolgreichen EPM in Prag 2013 hat sich das österreichische Polizei Volleyballteam der Damen auch für die anstehende Endrunde der besten 8 Nationen 2015 qualifiziert.

klein waren unsere Gegner nicht

klein waren unsere Gegnerinnen nicht

In den letzten beiden Jahren konnte der Kader sowohl qualitativ, als auch quantitativ verbessert werden. Der durch die Geburt ihres ersten Kindes bedingte Abgang unserer Libera Nina Edlinger konnte mit Lore Rückl perfekt kompensiert werden. Zusätzliche Verstärkung erhielten wir durch die beiden jungen Vorarlbergerinnen, Theresa Eichinger und Stephanie Schneider.

Nach einem intensiven Vorbereitungskurs beim EKO Cobra waren wir, trotz des Ausfalls der erfahrenen Mittelblockerin Claudia Sinko (lange geplanter Erholungsurlaub) und Coach Wolfgang Schmerlaib (Organisation des Beach Cop Cup in Klagenfurt), für das Qualifikationsturnier in Manchester/UK bestmöglich gerüstet.

Somit trafen sich am Montag den 15.6.2015, um 19.30 Uhr, 11 Spielerinnen, Ersatz-Coach Ella Raiber und Fachreferent im 13. Wiener Gemeindebezirk, Sporthalle Altgasse, um sich mit einem letzten lockeren Trainingsspiel gegen Union West Wien auf die kommende Aufgabe einzustimmen. Nach anfänglich kleineren Abstimmungsproblemen wurde dieses Spiel mit 3:1 gewonnen.

Am nächsten Tag traf man sich dann um 05.30 Uhr am Flughafen Schwechat, von wo wir um 07.05 Uhr die Reise Richtung Manchester antraten. Mit einem Umstieg in Köln landeten wir planmäßig um 10.50 Uhr Ortszeit in der bei uns eigentlich nur wegen ihrer Fussballvereine bekannten englischen Industriemetropole.

Der PSUK (Police Sport UK) als Gastgeber hatte für uns das altehrwürdige Hotel Britannia im Stadtzentrum als Unterkunft gewählt.

Hotel Britannia

Hotel Britannia

alt ehrwürdig

alt ehrwürdig

Noch am selben Tag gab es eine einstündige Trainingseinheit im Sugdon Sportscenter, der Wettkampfhalle. Hier mussten wir aufgrund eines Gebrechens leider in die etwas kleinere und schlechter beleuchtete Nebenhalle ausweichen, ließen uns davon aber in keinster Weise beeindrucken. Abends stand noch die obligatorische Überprüfung der Spielerinnen durch den Delegierten der USPE, Paul Moran aus Irland an, ehe alle Spielerinnen müde von der Reise und im Bewusstsein der kommenden Aufgabe sehr früh auf ihren Zimmern verschwanden.

Sugdon Sport Centre

Sugdon Sport Centre

Die Stimmung passt!

Die Stimmung passt!

Aufgrund des Nichterscheinens der Mannschaft aus Polen war für den 17.6.2015 nur ein Spiel nämlich GBR vs Österreich vorgesehen.

Fokussiert auf die bevorstehende Aufgabe erschienen alle Spielerinnen pünktlich um 07.00 Uhr zum Frühstück. Um 08.30 Uhr machten wir uns dann zu Fuß, zum nur wenige Gehminuten entfernten Sportcenter, auf. Nach dem Aufwärmprogramm und der obligatorischen Begrüßung mit Wimpeltausch, ging es schließlich um 10.30 Uhr zur Sache.

Begrüßung

Begrüßung

Handshake

Handshake

Aufgrund unserer Eindrücke beim Einspielen und dem Wissen um die eigene Stärke waren Ersatz-Coach Ella Raiber und ich überzeugt dieses Spiel gewinnen zu können. Diesen Optimismus versuchten wir auch an die Spielerinnen weiter zugeben. Vielleicht war es aber auch genau dieses Wissen, dass zu einem eher ängstlichen Beginn unserer Mannschaft führte. Ein wenig schleppend kam unser Spiel in Fahrt und keines der beiden Teams konnte sich einen Vorteil erarbeiten. Als der 1. Satz zu Gunsten der Britinnen zu kippen drohte, brachte die Einwechslung von Steffi Schneider die erhoffte Wende. In der Folge gelangen uns bis zur zweiten technischen Auszeit (16:14) einige wichtige Punkte. Danach sollte dem Team GBR nur mehr ein Punkt zum Endstand von 15:25 gelingen. Ausschlaggebend dafür war eine fast schon unglaubliche Serviceserie von Meli Zaunschirm.

Steffi beim Schnellangriff durch die Mitte

Steffi beim Angriff durch die Mitte

und unsere zweite Mittelblockerin Meli

unter den strengen Blicken von Coach Ella

Leider konnten wir den Schwung aus dem ersten Satz nicht nahtlos in den Zweiten mitnehmen, zwar lagen wir bei der ersten technischen Auszeit noch mit 8:7 in Front, jedoch verloren wir dann komplett den Faden im Spiel. Reihenweise Unkonzentriertheiten und daraus resultierende vermeidbare Fehler spielten den stärker werdenden Gastgeberinnen in die Karten, welche Punkt für Punkt davon zogen. Erst gegen Ende des Satzes erfingen wir uns wieder und konnten noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben. Endstand 19:25

Kathi bei der Annahme

Kathi bei der Annahme

Lore mit letztem Einsatz

Lore mit letztem Einsatz

In der folgenden Satzpause wurde nochmals die taktische Grundausrichtung besprochen und von den Spielerinnen eingefordert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Unsere Aufspielerin Karin Weixler verteilte die Bälle jetzt annähernd perfekt, zerriß dadurch den gegnerischen Block und setzte unsere starken Aussenangreiferinnen Kathi Kern, Carmen Huber, sowie die Diagonale Theresa Eichinger vermehrt hervorragend in Szene. Ratlose Gesichter auf Seiten der Britinnen zeugten vom Erfolg der Strategie. Mit jeder gelungenen Aktion wurde unser Spiel sicherer. Unsere Annahme und Feldverteidigung rund um die quirlige Libera Lore Rückl arbeitete auf Hochtouren. Fast jeder längere Ballwechsel wurde durch starke Defensivarbeit der gesamten Mannschaft gewonnen und so auch der Satz mit 25:20.

Carmen setzt den Ball

Carmen setzt den Ball

Theresa mit Wucht

Theresa mit Wucht

Jetzt ließen wir uns die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und starteten schwungvoll in Satz 4. Dem starken Service und den fehlerfreien Angriffen, welche nicht immer mit viel Kraft, aber umso mehr Hirn gespielt wurden, hatte die Heimmannschaft nichts mehr entgegen zu setzen. Und so konnten wir nach 95 Minuten Spielzeit über den verwerteten Matchball zum 25:18 und gesamt 3:1 Sieg jubeln.

Defensive beginnt am Netz

Defensive beginnt am Netz

Wieder einmal haben wir bewiesen, dass Österreich kein weißer Fleck auf der europäischen Volleyballlandkarte ist und uns die Teilnahme beim Finalturnier der besten 8 Nationen verdient.

Nachmittags war dann ein wenig Zeit zum Sightseeing

Fussball ist hier wohl die Nummer 1

Fussball ist hier wohl die Nummer 1

Zentrum

Zentrum

Town Hall

Town Hall

nice

nice

Abends gab es dann ein Gala-Dinner im örtlichen Polizeisportzentrum „Hough End Centre“ in dessen Rahmen es viele nette Gespräche mit den britischen Kolleginnen und Kollegen gab und der Abend gemütlich ausklang.

Ian E Campell bei seiner Ansprache

Ian E Campell, PSUK bei seiner Ansprache

Die Gastgeberinnen

Die Gastgeberinnen

Die Siegerinnen

Die Siegerinnen

Tags darauf erfolgte die Rückreise von unserem erfolgreichen Ausflug nach Manchester.

Abschließend möchte ich unbedingt erwähnen, dass jedes Team seine Stärke aus einem gemeinsam definierten Ziel schöpft, dem sich alle Teammitglieder unterordnen. In einer Mannschaftssportart können nicht immer alle Spielerinnen zum Einsatz kommen und dennoch ist jede Einzelne für den Erfolg des Teams unerlässlich!

In diesem Sinne nochmals Danke an alle Teammitglieder, das BMI und den ÖPolSV.

Zur Erinnerung an einen erfolgreichen Trip

Zur Erinnerung an einen erfolgreichen Trip

 

Der Fachreferent

1. Pol-WM im Schießen mit der Dienstwaffe

 

Als im letzten Jahr eine Einladung der USIP – Union Sportive Internationale de Polices – ins Haus flatterte, wussten wir nicht so recht um welchen Bewerb es sich handle; nach ersten Recherchen entschlossen wir uns dann – sofern das BMI die Entsendung eines Teams genehmigt – mit einem Team (4 Schützen) an den Start zu gehen. Nachdem das BMI einer Teilnahme zustimmte, meldete ich dann in enger Absprache mit den Kadermitgliedern folgende Mannschaft zur Teilnahme an:

Reinhard HANDL des EKO Cobra Linz,  Gottfried POST der LPD OÖ, Gerald REITER der LPD Burgenland, Jürgen STRANZ der LPD NÖ und Manfred WINKLER des EKO Cobra Linz als Trainer, Betreuer und Ersatzschütze.

Team Österreich mit Jürgen STRANZ, Manfred WINKLER, Reinhard HANDL und Gerald REITER (von links)

Team Österreich mit Jürgen STRANZ, Manfred WINKLER, Reinhard HANDL und Gerald REITER (von links)

Am 4. Mai 2015 war es soweit. Als Leiter der Delegation fuhr ich von Salzburg in Richtung Budapest und sammelte die Teammitglieder auf der Strecke auf; leider konnte Gottfried POST wegen einer Erkrankung nicht mitfahren, sodass Manfred WINKLER ins Wettkampfteam aufrückte.

Nach dem Einchecken im Hotel in Budapest erfolgte am Abend noch ein technisches Meeting für alle Teilnehmer; dabei wurde heftig und zum Teil sehr emotional über allgemeine Bestimmungen des Wettkampfes, insbesondere aber über das Equipment der einzelnen Schützen diskutiert.

Am nächsten Morgen fuhren wir zur „Shooting-Range“, einem Schießplatz an der Stadtgrenze von Budapest; die Dimension und Gegebenheit des Schießplatzes lässt jeden Österreicher vor Neid erblassen.

Einblick in die Range (15 einzelne Boxen nacheinander)

Einblick in die Range (15 einzelne Boxen nacheinander)

Um 09:00 Uhr des 5. Mai 2015 wurde die „1st Police Service Pistol Shooting Championship“ feierlich eröffnet; 78 Teilnehmer/Innen aus 16 Ländern nahmen an der Eröffnungszeremonie teil; 7 der 16 Teams waren aus Europa, nämlich Ungarn, Tschechien, Slowakei, Spanien, Bulgarien und Österreich. Auffallend war, dass sich einige Teams aus dem nahen und mittleren Osten beteiligten, nämlich Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Bahrain, Qatar , Libanon und Palästina.

Pünktlich um 10:00 Uhr  begann der Bewerb; die Veranstalter hatten 12 Stages (Stationen) aufgebaut; die Teilnehmer wurden in Gruppen zu je 8 Schützen/Innen eingeteilt, dh 2 Teams je Station, da ja jede Nation nur 4 Schützen stellte. Das Team Österreich bildete mit dem Team Tschechien eine Gruppe.

Team Österreich und Team Tschechien

Team Österreich und Team Tschechien

Gemeinsam ging die „Squad“ (Gruppe) dann von einer Stage zur nächsten nach einem fixen vorgegebenen Plan. Das tschechische Team hinterließ vom ersten Wettkampf an einen sehr starken Eindruck und war daher für unser Team von Anfang an ein hervorragender „Gradmesser“. Einer der 4 Teammitglieder war Miroslav ZAPLETAL.

Die Ausrüstung der Schützen wurde penibel kontrolliert; am Einsatzgürtel mussten die Dienstwaffe, Reservemagazine, die Handschellen, die Taschenlampe, eine Tasche für das Funkgerät und der Schlagstock angebracht sein.

Bei den einzelnen Stages (Stationen)  wurde versucht, möglichst „polizeitypische“ Situationen aus dem „Alltag“ nachzustellen.

Manfred WINKLER beim Start

Manfred WINKLER beim Start

Gleich bei der 1. Stage musste zuerst ein gezielter Schuss auf einen relativ weit entfernten Popper aus Stahl,

der von 2 sog. „No-Shoot-Scheiben“ („Freundscheiben“ ) teilweise verdeckt war, abgegeben werden, dann war die Waffe zu holstern und ein ca 70 kg schwerer „Dummy“ aus dem Gefahrenbereich zu bergen und in eine Sicherheitszone zu ziehen. Erst danach konnten weitere Ziele mit der Dienstwaffe bekämpft werden.

Reinhard HANDL schleppt die Puppe in die Sicherheitszone

Reinhard HANDL schleppt die Puppe in die Sicherheitszone

Eines zeigte sich gleich bei der ersten Stage; gefragt waren hier vor allem Präzisionsschützen und nicht unbedingt  reine „IPSC-Schützen“; entscheidend waren nämlich äußerst präzise Schüsse in „Kernzonen“ und nicht so sehr die reine Schnelligkeit.

Täterscheiben, no-shoot-Scheiben und Gongs

Täterscheiben, no-shoot-Scheiben und Gongs

Durchwegs mussten nämlich Täterscheiben (männliche u. weibliche Figurenscheiben) beschossen werden, die alle eine sehr kleine „Kernzone“ entweder in der Körpermitte und/oder Teile des Kopfbereiches) aufwiesen; pro Täterscheibe mussten mindestens 2 Schuss auf der Scheibe sein, wobei es für Treffer außerhalb der Kernzone Zeitstrafen gab, dh ein Treffer knapp außerhalb der Kernzone brachte ein Strafzeit von + 10 Sekunden, ein weiter entfernter Treffer etwa im Bereich der Schulter oder Arme eine Strafzeit von + 20 Sekunden. Fehlte ein Schuss auf einer Scheibe brachte dies 30 Sekunden mehr ein, traf man gar eine „Freundscheibe“ (No-shoot-Scheibe) oder machte einen Ablauffehler so wurden 60 Sekunden je Fehler zur Schießzeit dazu addiert.

Verschiedene Täterscheiben (gut sichtbar die "0-Zone", rundherum gab es 10 oder 20 Strafsekunden

Verschiedene Täterscheiben (gut sichtbar die „0-Zone“, rundherum gab es 10 oder 20 Strafsekunden

Wurden mehr als die Mindesterfordernis von 2 Schüssen auf eine Täterscheibe abgegeben und waren nicht alle Treffer in der sog. „0-Zone“ (Kernzone), so gab es für alle Treffer außerhalb der Kernzone auch „Zeitstrafen“.

Noch dazu waren die „0-Zonen“ sehr klein – Durchmesser zT unter 10 cm – und die Entfernungen bis zu 18 Meter; zusätzlich gab es auch noch bewegliche Ziele, wie etwa Pendelscheiben, fahrende Scheiben, die dann hinter einer Barrikade verschwinden oder sog. „Bärenfallen“ (eine Scheibe verschwindet und eine neue Scheibe kommt zum Vorschein).

 

Täterscheibe - gut sichtbar die "0-Zone im Bereich des rechten Auges"

Täterscheibe – gut sichtbar die „0-Zone im Bereich des rechten Auges“

Wie bereits erwähnt, wurde versucht, alle Ausrüstungsgegenstände, die am Einsatzgürtel angebracht sind, zum Einsatz zu bringen.

So gab es etwa einen Parcours, wo die Teilnehmer als Beifahrer aus dem Auto heraus 3 Stahlziele (Feindscheiben) beschießen und zu Fall bringen mussten, anschließend war die Waffe zu holstern, etwa 15 Meter zu laufen und einen Dummy (Täter) die Handschellen vorschriftsmäßig am Rücken anzulegen;

Gerald REITER beim Anlegen der Handschellen beim Dummy

Gerald REITER beim Anlegen der Handschellen beim Dummy

hier musste sich das Team Österreich Handschellen von den Tschechen ausleihen, da die Handgelenke des Dummys derart massiv waren, dass unsere Handschellen offensichtlich zu klein waren. Erst nach dem Anlegen der Handschellen konnten weitere Ziele bekämpft werden. Unter anderem auch der sog. „Texasstern“, den man bei 2 Stages eingebaut hatte.

 

Der Texasstern war zweimal eingebaut

Der Texasstern war zweimal eingebaut

Auch der Schlagstock kam zum Einsatz; bei einer Stage mussten zuerst 3 „Täter“ mit dem Schlagstock außer Gefecht gesetzt (dh umgestoßen) und erst dann durfte die Pistole gezogen werden.

Manfred WINKLER mit dem Schlagstock in Action

Manfred WINKLER mit dem Schlagstock in Action

Ebenso gab es eine Stage, wo die Schützen in einen völlig dunklen Raum geführt wurden und nur die Taschenlampe als Hilfsmittel in der Hand verwenden durften (nicht an der Pistole montiert), erschwerend war auch noch ein Blaulicht aktiviert.

Auch mit dem Einsatz von Fahrzeugen hatte man beim Stageaufbau nicht  gespart; so musste bei einem Parcours zwischen mehreren Fahrzeugen knapp vorbei geschossen werden.

Reinhard HANDL läuft um die Kurve und zieht die Waffe

Reinhard HANDL läuft um die Kurve und zieht die Waffe

Gerald REITER in action

Gerald REITER in action

Gottseidank blieben die Autos von Einschüssen verschont, da die Waffenhandhabung so mancher Teilnehmer/Innen nicht immer dem hohen Level, den wir von IPSC-Veranstaltungen gewohnt sind, entsprach.

Bei dieser Stage war das sichere Handling mit der Waffe sehr wichtig

Bei dieser Stage war das sichere Handling mit der Waffe sehr wichtig

Manfred WINKLER - erschwerend mussten bei dieser Stage die Gummihandschuhe benutzt werden

Manfred WINKLER – erschwerend mussten bei dieser Stage die Gummihandschuhe benutzt werden

 

In Summe durchaus typische Polizeisituationen, die aber durch das Regelwerk – im Verhältnis sicherlich zu hohe Zeitstrafen – ein äußerst präzises Schießen verlangten und die IPSC-Schützen benachteiligten oder anders gesagt, für IPSC-Schützen sehr ungewohnt  waren.

 

Eine der 12 Stages

Eine der 12 Stages

So mancher Schütze, der den Parcours in schneller Zeit absolvierte, haderte mit dem Regelwerk; auch gab es keinen „Walk-through“ (vorherige Besichtigung bzw. Betretung des Parcours), sondern der Ablauf wurde vor dem Parcours erklärt;

Manfred Winkler hoch konzentriert

Manfred Winkler hoch konzentriert

die genaue Standposition für die einzelnen Ziele musste der Schütze dann erst während des Wettkampfes herausfinden.

Reinhard Handl beim Ziehen der Waffe

Reinhard Handl beim Ziehen der Waffe

Der 1. Wettkampftag zog sich in die Länge; erst als auf allen Ständen abgeschossen worden war, erfolgte der gemeinsame Wechsel zu nächsten Stage; einige Teilnehmer/Innen „kosteten“ den Wettkampf voll aus und so zog sich der 1. Tag bis 19:00 Uhr hin;

Oft war langes Warten bis zur nächsten Station angesagt

Oft war langes Warten bis zur nächsten Station angesagt

wenigsten gab es mittags eine generelle Schießunterbrechung und wir stärkten uns bei Gulasch, Gegrilltem und Süßem.

Reinhard HANDL in action

Reinhard HANDL in action

Am 2. Tag war der Zeitplan sehr gestrafft;

Manfred WINKLER

Manfred WINKLER

zu Mittag gab es ein Lunchpaket direkt am Stand und der Bewerb wurde zügig durchgezogen, um rechtzeitig für die Siegerehrung fertig zu sein.

Am 6. Mai 2015 um 19.00 Uhr fand dann im Polizeiausbildungszentrum in Budapest im Freien die Siegerehrung statt; leider zog just zu diesem Zeitpunkt eine Gewitterfront über Budapest, nachdem wir an den beiden Schießtagen von herrlichem, sehr warmen Wetter verwöhnt worden waren.

Im Einzel war Manfred WINKLER der EKO Cobra als 5. unser bester Schütze,

Manfred WINKLER strahlte über Platz 5

Manfred WINKLER strahlte über Platz 5

Reinhard HANDL belegte den 12. Platz; Gerald REITER wurde 37. und Jürgen STRANZ 43.

Gewonnen hat im Einzel der Lokalmatador György BATKI

Sieger im Einzel - der Ungar György BATKI

Sieger im Einzel – der Ungar György BATKI

aus Ungarn, einer der weltbesten Standardschützen der IPSC (noch am Wochenende vor der Polizeiweltmeisterschaft hat GrInsp Jürgen STRANZ bei einem großen, internationalen Wettkampf in der Slowakei knapp vor György BATKI gewonnen).  BATKI konnte sich also innerhalb von 2 Tagen hervorragend von seiner STI auf die Dienstwaffe der ung. Polizei umstellen.  Zweiter im Einzelbewerb wurde der Tscheche Radim MADERANEK vor dem Slowaken Marian FEDOR und auf Platz 4 einer der weltbesten Production-Schützen, der Tscheche Miroslav ZAPLETAL und auf Platz 5 Manfred WINKLER.

 

Manfred WINKLER - Platz 5 im Einzel

Manfred WINKLER – Platz 5 im Einzel

In der Mannschaft belegte das österreichische Team den 6. Platz; gewonnen hat die tschechische Mannschaft, gefolgt von den Ungarn und den Slowaken. Platz 4 ging an die Mannschaft der Vereinigten Arabischen Emirate vor der Mannschaft aus China.

Das Sieger-Team aus Tschechien

Das Sieger-Team aus Tschechien

Insgesamt waren 16 Teams am Start.

 

Waren auch auf dem Siegespodest bei den Frauen: Das Polizei-Team aus dem Libanon

Waren auch auf dem Siegespodest bei den Frauen: Das Polizei-Team aus dem Libanon

Beim anschließenden Banquet fand die Weltmeisterschaft einen würdigen Abschluss und gemeinsam mit dem tschechischen und slowakischen Team und dem Weltmeister im Einzel stießen wir auf so manchen Anlass an.

 

Rückblickend bin ich der Ansicht, dass der Modus der Auswertung sehr präzise Schützen bevorzugte; die Schnelligkeit war nicht ausschlaggebend;

Täterscheiben zum Teil verdeckt durch die roten "no-shoot-Scheiben"

Täterscheiben zum Teil verdeckt durch die roten „no-shoot-Scheiben“

im Verhältnis zur Länge der Parcours waren die Zeitstreifen sicherlich viel zu hoch. TOP-IPSC-Schützen hatten so ihre Probleme, wenngleich der ungarische Sieger György BATKI bewies, dass eine Umstellung in kürzester Zeit möglich ist.

Bedanken möchte ich mich bei der Hungarian Police Sport Association, die die Polizei-Weltmeisterschaften bestens organisiert und durchgeführt hat  und sichtlich bemüht war, den Teilnehmern den Aufenthalt in Ungarn so angenehm wie möglich zu gestalten.

Reinhard HANDL, Manfred WINKLER, Gerald REITER und Delegationsleiter und Fachreferent Paul PIRCHNER auf dem Weg zur Siegerehrung

Reinhard HANDL, Manfred WINKLER, Gerald REITER und Delegationsleiter und Fachreferent Paul PIRCHNER auf dem Weg zur Siegerehrung

 

Der Delegationsleiter und Fachreferent des ÖPolSV: Paul Pirchner

 

Fachreferent für Schießen Großkaliber und PPS Paul PIRCHNER - leitete die Delegation Österreich bei der Polizei-WM

Fachreferent für Schießen Großkaliber und PPS Paul PIRCHNER – leitete die Delegation Österreich bei der Polizei-WM

Frohe (grüne) Weihnachten!

Weihnachten

Trotz der grünen Weihnachten wünscht die Mannschaft alpin allen Kolleginnen und Kollegen ein Frohes Fest und guten Rutsch ins neue Jahr 2015.

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Harry Prünster bei der Golfsektion

In der 2. Juniwoche belegten die Wiener Polizeigolfer das 4* Hotel Kirchenwirt in Haus im Ennstal und ein Nebenhaus, da auf Grund der hohen Teilnehmeranzahl der Kirchenwirt überbucht war. Großen Dank gilt unseren Organisator Manfred Rutzenholzer, dem es gelungen ist, auf allen Golfplätzen einen Doppelstart von Tee 1 und Tee 10, bzw. einen Kanonenstart zu fixieren. Somit waren die Startzeiten von Ehepaaren und Fahrgemeinschaften in einem akzeptablen Zeitrahmen angelegt und alle 80 Teilnehmer konnten auch den herrlichen Wellnessbereich im Hotel nützen, oder andere Aktivitäten in der malerischen Landschaft genießen.

Die Anreise war am Samstag, 7. Juni 2014 und unser Hausherr Franz Felsner konnte mit Freude für heuer schönes Wetter prognostizieren. Und so genossen unsere Polizeigolfer am Sonntag den ersten Golftag bei frühsommerlichen Temperaturen im landschaftlich imposanten Golf- und Landclub Ennstal, der als einzige Golfanlage in einem Europanaturschutzgebiet eingebettet ist.

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Gerhard Zach, Manfred Rutzenholzer, Astrid Karigl, Prof. Mag. Otto Wolfgang Saipt und Hofrat Prof. Dr. Heinz Ertl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Tagessieger wurde das Team Prof. Mag. Otto Wolfgang Saipt, Hofrat Prof. Dr. Heinz Ertl, Gerhard Zach und Astrid Karigl prämiert

Nur wenige Autominuten von unserem Hotel ist das Juwel im Ennstal: der Leading Golf Courses (zählt zu den schönsten Topanlagen in Österreich) Golf- & Countryclub Dachstein Tauern. Am Montag spielten wir eine „Proberunde“ und am Freitag ein vorgabewirksames Abschlussturnier auf dem von Profilegende Bernhard Langer designten Nobelplatz, der auch unter den Namen „Pebble Beach der Alpen“ bekannt ist.

GC Dachstein

Der Leading Golf Courses Dachstein Tauern ist ein Augenschmaus

Der 3. Spieltag war sportlich sehr anspruchsvoll im Golf- & Countryclub Schloss Pichlarn, der weltweit zu den schönsten Resort Anlagen zählt. Er besticht durch seine natürliche Struktur mit Täler und Wälder. Die Tagessieger wurden beim Abendessen prämiert: Andrea Atzmüller, Gabriele Wiebe, Gabriela Novotny und Manfred Binder.

Mittwoch war „spielfreier Tag“ und ein voll besetzter Autobus brachte unsere in Tracht gekleideten Mitglieder in die Ramsau zum Zechmannhof, wo wir auf Pferdekutschen umstiegen und eine eindrucksvolle Auffahrt zur Sonnenalm erlebten. Die Sonnenalm ist ein echter Geheimtipp, liegt an der Südseite des Rittisberges in traumhafter Lage auf 1.350 m Seehöhe mit Aussichtspunkt zum Kitzsteinhorn, Schladminger Tauern bis hin zum Hochgolling.

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Eine Runde Zirbenschnaps konnten am Nagelstock ausgespielt werden und zur deftigen Jause gab es Hausmusik auf der Steirischen mit Gerhard.

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Hüttenwirt Gerhard Höflehner, Sektionsleiter Manfred Binder, Harry Prünster, Rudi Schwaighofer und Höflehner Junior bei der Übergabe unseres Erinnerungsgeschenkes

 

 

Als große Überraschung mischte sich Österreichs bekanntester Moderator & Humorist Harry Prünster unter unsere Gruppe und brachte mit seinen neuesten Witze und Lieder die Stimmung zum Kochen. Wir bedanken uns nochmals recht herzlich bei unserem Rudi Schwaighofer, der Harry kurz zuvor für unseren Almhüttenevent engagiert hatte.

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Da die Pferde in der sommerlichen Hitze nicht so lange am Berg bleiben konnten, fuhren wir am frühen Nachmittag wieder ins Tal und Harry spielte bis in den Abendstunden auf unserer Hotelterrasse mit seiner Gitarre und in den Pausen gab es natürlich wieder die besten Witze.

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Am Donnerstag erlebten unsere Polizeigolfer ein einzigartiges Erlebnis: im Golfclub Radstadt ist weltweit die einzige Golfgondelbahn „Birdie Jet“ wo man zum 12er Abschlag über 250 Meter empor schwebt, danach 100 Meter in die Tiefe den Golfball schlägt. Danach am Abschlag 13 auf einer Seehöhe von 1.000 m genießt man den sagenhaften Blick auf den Platz und den imposanten Bergspitzen des Dachstein Massivs. Zu Recht ist dies eine der schönsten Par 4 Bahnen in Österreich.

Die meisten Punkte erspielte das Team Herta Zach, Walter Wagner und Ing. Gerhard Frei und wurden am Abend mit Golfbällen (Sponsoring Fa. BFBU) prämiert.

Beim Abschlussturnier dominierten die Damen: Ilse Eppel (48 Pkt.) vor Ernestine Scherzer (39 Pkt.) und Brigitte Hatzl (39 Pkt.) verbesserten somit ihr Handicap.

Zum Abschied gab es ein zünftiges Bauernbuffet und wir bedankten uns beim Team vom Kirchenwirt für die vorbildliche Betreuung in der ganzen Woche.

Mehrere Preise und Gutscheine (Sponsoring Fa. BFBU) gab es für die Gesamtsieger der Polizei Golfwoche im Ennstal: Ilse Eppl (257 Pkt.) vor Josef Wegscheider (245 Pkt.) und Ing. Gerhard Forster (239 Pkt.)

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Josef Wegscheider, Manfred Rutzenhozer, Ilse Eppl, Ing. Gerhard Forster und Manfred Binder

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