Schi Alpin

Auftakt in einen neuen Winter

Nach dem vollständigen Ausfall der Saison 20/21 scharrten die alpinen Leistungssportlerinnen und Leistungssportler in den Startlöchern, um das gemeinsame Training für heuer aufzunehmen.

Den Auftakt dafür  bildete ein Konditionskurs mit Materialtests von 5. – 7. Oktober in Tirol. Das durch Verletzungen und „Väterkarenz“ minimierte Team traf sich zur Leistungsüberprüfung zuerst in Vomp/Tirol. Die dort neu eröffnete Turnhalle ermöglichte die Durchführung der sportmotorischen Tests, um die körperliche Konstitution samt koordinativen Fähigkeiten zu ermitteln.

Am Beginn standen sportmotorische Tests auf dem Programm. (c)HP

 

Gleich danach folgte in der Sportanlage von Schwaz der Coopertest. Trotz der davor absolvierten Übungen, die zu hohen Lactatwerten führten, waren

die Leistungen auf der Laufbahn hervorragend.

Regeneration vor dem nächsten Test (Thalmann, Lorenz, Speringer) (c) HP

Kastentest – Lactatproduktion pur (c) HP

 

Der Coopertest in Schwaz zum Abschluss des ersten Tages. (c) HP

Die Sportlerinnen und Sportler hatten den Sommer zur Vorbereitung optimal genutzt.

 

Nach dem anstrengendsten Teil des 3-tägigen Kondikurses setzte sich die Mannschaft nach Hintertux in Bewegung. Während der folgenden zwei Tage war das Ziel, seit mehr als einem Jahr wieder Kontakt zum Schnee zu bekommen, das Gefühl für Rennschwünge aufzubauen und eventuell neues Material zu testen.

 

Der Polizeikader alpin war seit mehr als zwei Jahrzehnte nicht mehr im Tuxertal auf Trainingskurs gewesen. Unser damaliges Quartier, das Hotel Klausnerhof, hatte sich während dieser langen Zeit radikal verändert. Das unter den Alpinisten der Polizei bestens bekannte Haus war schon immer ein Vorzeigebetrieb. Die seither vorgenommenen baulichen Erweiterungen ließen jetzt aber für das Regenerationstraining keine Wünsche mehr offen. Auf diesem Weg sei der Familie Klausner, besonders der Chefin Frieda, für die Gastfreundschaft gedankt.

Im Klausnerhof fühlten wir uns bei Frieda wie zu Hause!! (c) HP

Bis zum Morgen des zweiten Tages hatte das Wetter umgeschlagen und der Hintertuxer Gletscher war mit 30 cm Neuschnee bedeckt. Für die Entwicklung des Skigefühles wären diese Verhältnisse optimal gewesen. Doch dichter Nebel zwang die Athletinnen und Athleten lange Zeit zu „Blindflügen“. Somit bekam der Begriff Skifahren mit Gefühl eine ganz andere Bedeutung.

Wetterumschwung mit Neuschnee – kein Grund zur Aufgabe (c) HP

 

Masken am Lift gehörten schon zur Routine (c) HP

Trotz des schlechten Wetters konnten jedoch gute Fortschritte im Sinn einer Formsteigerung erlangt werden. Der späte Nachmittag wurde mit Regenerationstraining beendet.

Nach drei anstrengenden Tagen verließ das Team die Tiroler Bergwelt mit dem guten Gefühl, einen perfekten Start in eine (hoffentlich) halbwegs coronafreie Saison erreicht zu haben.

Abschluss und Neustart – Analysesitzung alpin

Die Saison 2020/21 wird lange in Erinnerung bleiben. Denn nach der frühzeitigen Beendigung der Rennperiode im Frühjahr 2020 rechneten wir alle mit einem guten Neustart im Herbst. Doch schon die ersten Kurse konnten wegen der notwendigen Corona Einschränkungen nicht stattfinden. Trotz der maximalen Bereitschaft des BMI, die erlassmäßig fixierten Trainingskurse ab Jänner 2021 neu festzulegen, gab es keine Möglichkeiten, auch nur einen davon abzuhalten.

Das gleiche galt für Rennen während des gesamten Winters. Nationale Bewerbe waren nicht erlaubt, die Teilnahme an internationalen Polizeirennen wegen Absagen nicht möglich.

Resigniert mussten wir feststellen, dass die Saison 2020/21 faktisch nicht stattfand und somit als Negativerlebnis in die Analen der Sportgeschichte des ÖPolSV und Ski alpin eingehen wird.

Doch was veranlasste uns als sportliche Leitung dazu, dann trotzdem eine Analyse- und Vorbereitungssitzung durchzuführen?

Ein Blick auf die Detailfragen ergibt die logische Antwort. Gab es während der langen Zeit der Stagnation trotzdem eine Weiterentwicklung am Materialsektor? Sind in der Mannschaft Änderungen vorzunehmen? Welche Ziele sind kommenden Winter möglich?

Aus diesem Grund fand die Besprechung der sportlichen Leitung alpin am 8. Juni 2021 im Salzkammergut statt. Es wurde fixiert, dass das bisherige Polizei Alpinteam unverändert bleibt. Die Neuzugänge werden im Herbst bei Sichtungen einer Leistungsüberprüfung unterzogen und erst danach wird über einen Einstieg in das Team entschieden.

Der Winter wird mit einem Materialtest im Oktober gestartet. Die Entscheidung, wann und wo die folgenden Kurse  abgehalten werden (können), hängt auch von der weiteren Corona Entwicklung und den (eventuell) stattfindenden Bewerben ab.

Am Ende der Sitzung herrschte bei den Teilnehmern Zuversicht, eine bessere Saison zu erleben, als die Vergangene.

H. P. Pilz, Fachreferent alpin

Saisonstart mit „Sommertreffen“ samt Verabschiedung von „Oldie“ Klaus Waldner und Martin Bischof

Nach einem Jahr coronabedingter Pause waren unsere Vorarlberger heuer aufgerufen die seit einigen Jahren üblichen „Sommertreffen“ für unser Team zu organisieren. Dabei geht es darum, dass jedes unserer Teammitglieder den anderen seine Heimat präsentiert. Die Mannschaft kann sich dann auf Freizeitbasis für zwei bis drei Tage ungezwungen zum Teambuilding treffen und Typisches der jeweiligen Region kennenlernen. Jedes Mal ein erfreulicher Beginn der neuen Saison und eine „Riesengaudi“.

Unter der Federführung von Martin Bischof unter Mitwirkung von Peter Struger und Klaus Waldner haben die „Xi’s“ das heuer super gemacht. Die angereisten Teammitglieder konnten schöne Tage in Au im Bregenzerwald, der Heimat von Martin, verbringen.

Sogar der Regenschirm war wegen des sintflutartigen Regens notwendig.

So trafen sich 9 „Schifahrer“ – die übrigen waren aus dienstlichen Gründen verhindert – in den Abendstunden des 14. Juli bei Martin. Sie verbrachten nach dem Abendessen einen geselligen Abend. Aufgrund des einsetzenden und laut Wetterbericht am Folgetag anhaltenden starken Regen musste die geplante Mountainbiketour rund um den „Kanisfluh“ abgesagt werden. Sie fiel buchstäblich ins Wasser! Es war das Wochenende, welches in ganz Österreich zu großen Überschwemmungen führte.

So starteten wir nach einem Frühstück, gut ausgerüstet mit Regenbekleidung und sogar Regenschirm zum Übergang nach Schönenbach bei Bizau. Auf der Strecke lag eine urige Kuhalm, wo wir kurz einkehrten, um uns ein wenig zu stärken. Dabei kam es schon zu Verkaufsgesprächen zwischen unserem Tiroler Braunviehzüchter Markus Klingenschmid und dem Almbauern. Sicherheitshalber wurden Telefonnummern ausgetauscht.

Zum Aufwärmen im Kuhstall – Trainer „Bogi“ mit Lsp „July“. Der Name der Kuh ist der Redaktion nicht bekannt 😉

 

Nach kurzer Rast ging es dann nach Schönebach, wo die besten „Käsknöpfle“, die ich je gegessen habe, serviert wurden. Von dort weiter nach Bizau, wo wir die Baustelle für Martins neues Wohnhaus besichtigen durften. Dabei stellten wir fest, dass das Haus ganz schön groß ist – aber Martin ist mit seinen 195 cm ja auch nicht gerade der Kleinste.

Am Abend kehrten wir wieder in die Unterkunft in Au zurück und verbrachten einen weiteren geselligen Abend, bevor wir am nächsten Vormittag abreisten.

Aber da war doch noch etwas:

Die Sommergaudi wurde auch zu einer Abschiedsparty für Martin und Klaus. Die beiden haben ihre Karriere beim Österreichischen Polizeileitungskader Schi Alpin beendet.

„Kluus“ in neuer FIS Uniform und seinem Abschiedsgeschenk.

Unser „Oldie“ Klaus begann in der Saison 2001/2002 beim damaligen Gendarmeriekader und war nach der Zusammenlegung der Exekutivkörper Läufer im vereinten Österreichischen Polizeikader Schi Alpin. Er war stets ein engagierter und einsatzfreudiger Läufer und bis zu unserer letzten Saison 2019/20 top in Form. Während seiner aktiven Zeit war er lange auch erfolgreich im Skicrossweltcup für Österreich am Start. Nach Beendigung der Karriere als ÖSV Athlet blieb er dem Skicross treu und wurde immer wieder von der FIS als Streckenbauer eingesetzt. Im Sommer 2020 wurde ihm, wohl aufgrund seiner hohen Kompetenz im Skicross, die Position als Renndirektor bei der FIS angeboten. Diesen Topjob übt er seither hauptberuflich aus. Somit war natürlich seine Karriere im Polizeikader beendet.

Auch Martin hatte mit seinen neuen „Hölzlern“ gut lachen.

Martin begann nach Eintritt zur Polizei noch in der Saison 2014/15 seine erfolgreiche Karriere beim Leistungskader Schi alpin und war sofort unser absoluter Leistungsträger. Neben zahlreichen Österreichischen Meistertiteln feierte er bei den Polizeieuropameisterschaften 2017 in Hinterstoder wohl seine größten Erfolge. Neben einem Europameistertitel war er trotz Konkurrenz von heute noch aktiven Weltcupläufern der erfolgreichste Teilnehmer dieser Bewerbe. Martin ließ im Riesentorlauf bei diversen Exekutivmeisterschaften mehrere Male die gesamte Konkurrenz hinter sich und errang trotz Konkurrenz von zahlreichen Österreichischen Weltcupläufern innerhalb der Exekutive einige Meistertitel. Leider stoppten ihn immer wieder seine Rückenprobleme, weshalb Martin nach 2019/20 seine Karriere im Polizeikader beenden musste.

Natürlich ließen wir die beiden am letzten Abend noch hochleben und verabschiedeten sie mit einem typischen Geschenk für die „Wälder“. Ihnen wurden personalisierte „Hölzler“ überreicht, damit wir ihnen noch lange in Erinnerung bleiben.

Abschließend bleibt zu sagen, dass wir zwei sehr wertvolle Läufer aus dem Kader verloren haben. Sie waren sowohl menschlich als auch sportlich sehr geschätzt und sie werden eine Lücke hinterlassen. Es bleibt nur, danke für den jahrelangen Einsatz zu sagen! Ich bin mir sicher, dass wir die zwei trotzdem wiedersehen werden, zumal sich zu ihnen eine tiefe Freundschaft entwickelt hat. Die Einladung zum nächsten Sommertreffen steht.

Natürlich gilt es auch noch, danke an unsere drei Voralberger für die Ausrichtung des diesjährigen Treffens zu sagen.

Klaus und Martin wünschen wir alles Gute für ihre Zukunft und freuen uns heute schon auf ein Wiedersehen.

 

Fotos & Text: Reinhard Rudigier, Trainer

Reinhard „Reini“ Rudigier – ein Skitrainer als Tausendsassa!

Nach Biografien über den stellvertretenden Fachreferenten Thomas Tönig und den Trainer Thomas Bogensperger schließt sich nun der Reigen mit einem Bericht über den Cheftrainer Reinhard Rudigier.

1976 Reinis Anfänge im Paznauntal (c) Rudigier

 

Ich lernte „Reini“, wie er von allen genannt wird, 1986 kennen. Meine aktive Laufbahn als Alpinrennläufer war gerade zu Ende und die Tätigkeit als Trainer des österreichischen Polizeikaders alpin am Beginn. Ich als Trainer war jünger als die Mehrzahl der alpinen Leistungssportler. Umso wichtiger war es, auch in der Mannschaft einen Generationenwechsel einzuleiten. Und Reini war einer dieser jungen Wilden.

Die ersten Erfolge: 1976 Bezirks-MS Galtür (c) Rudigier

Doch vorerst zu seinen Anfängen:

Reini Rudigier besuchte nach der Volksschule von 1976 bis 1980 die Schi-hauptschule in Neustift und wechselte 1980 in das Schigymnasium in Stams.

1980 int. Schüler-MS Zakopane (c) Rudigier

1980 int. Schüler-MS Zakopane (c) Rudigier

 

Durch sein Bewegungstalent war er schon im Schülerbereich aufgefallen und Mitglied des Tiroler Landeskaders. Einer seiner damaligen Schulkollegen war der spätere Weltcupsieger Bernhard Gstrein.

1982 beendete er seine Zeit im Skigymnasium Stams und besuchte fortan das Oberstufenrealgymnasium in Landeck, welches er 1985 mit der Matura abschloss.

„Ich konnte trotz akzeptabler Leistungen bei den FIS Rennen in der Pubertät meine körperliche Unterlegenheit gegenüber den „Riegeln“ wie Gstrein nicht wettmachen.“, antwortete Reini auf meine Frage, warum er die Schule gewechselt hatte.

Trotz attraktiver Angebote der Skischulen des Paznauntales entschloss er sich 1986 zum Eintritt in die Polizei. Nach der Grundausbildung versah Rudigier von 1987 bis 2006 den Streifendienst in der BPD (SPK) Innsbruck im Wachzimmer Neu Arzl und später im Wachzimmer Reichenau. 2006 wechselte er in den  Bezirk Imst zur PI Silz als eingeteilter Beamter. Dort versieht er auch heute noch seinen Dienst.

Als Multitalent vielseitig verwendbar:

Da Reini mit Deutsch, Englisch und Französisch drei Sprachen beherrscht, war er zeitgleich auch an anderen Orten dienstlich tätig. Von 1994 bis 2001 absolvierte er – meist in leitender Funktion – fünf UNO-Einsätze in Ruanda, Mosambik, Haiti, Bosnien und Osttimor. In besonderer Erinnerung blieb ihm der Einsatz in Ruanda, bei dem die UNO-Polizisten nach Ausbruch des Bürgerkrieges von der französischen Fremdenlegion erst im letzten Moment evakuiert wurden.

„Ich konnte bei diesen Einsätzen viele Eindrücke gewinnen, die meine Sicht auf das Leben bis heute entscheidend prägen!“, so das Resumee von Reini beim Rückblick auf diesen Abschnitt seines Lebens. (c) Rudigier

 

Der (Polizei-)Sport als willkommener Ausgleich:

Österr. Polizeimeister 1988 im RSL vor seinem besten Freund Thomas Frühberger und Gerhard Stöckl (c) Rudigier

1991 Am Weg ins Ziel des Parallel-SL in Heavenly Valley (c) Rudigier

 

Sportlich war die Karriere nach Stams aber noch nicht zu Ende. Wie anfangs erwähnt, wurde Reini 1986 Mitglied des österreichischen Polizeikaders Alpin. Dies sollte er trotz seiner UNO-Abwesenheiten bis zum Jahr 2000 bleiben. Sein unbeschreibliches Bewegungsgefühl machte eine Vielzahl von Podestplätzen bei Österreichischen Polizeimeisterschaften möglich.

 

 

 

 

Als neuer Polizeiweltmeister mit internationalen Kollegen (c) Rudigier

 

International startete Reini als Mitglied der österreichischen Mannschaft zwischen 1991 und 1999 mehrere Male bei den International Police Winter Games in den USA. Dabei konnte er in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Super-G und Parallel-Slalom insgesamt zehn WM-Titel gewinnen.

Mut bewies Reini auch bei der Bekleidung – Polizei-Renndress 1993. (c) Rudigier

 

 

 

 

 

 

Legendär waren auch seine Mutproben, gepaart mit technischem Können auf Ski. Seine Schussfahrten über die steilsten Buckelpisten, oder mit nur einem Ski entlang kilometerlanger Abfahrten sind heute noch Inhalt abendlicher Kamingespräche.

 

Als Funktionär erfolgreich:

Es war nur logisch, dass die Vereinsleitung des PSV Innsbruck auf das Multitalent aufmerksam wurde. Seit 1994 war er in verschiedenen Funktionen tätig, ab 2001 als Sektionsleiter Ski alpin. Nach der Zusammenlegung der Tiroler Vereine zum Polizeisportverein Tirol, bekleidet er von 2005 an bis heute die Stelle des Sektionsleiters für Ski- und Alpinsport.

Ob bei Konditraining … (c) Pilz

 

… oder Videostudium. Seine Kompetenz ist immer gefragt! (c) Pilz

2010 kam es innerhalb der Führungs-riege des österreichischen Polizeikaders alpin zu einer Personalrochade. Dabei wurde eine Trainerposition frei. Für mich als Fachreferenten gab es keinen Besseren als Reini. Denn zusätzlich hatte er 2004 die staatliche Trainerausbildung abgeschlossen und er war auch im Spitzensport als Funktionär bis zu Europacuprennen tätig. Seine stolze Leistungsbilanz beantwortete die Eignung für den Trainerjob von selbst.

 

Seither ist Reini Rudigier als Trainer unserer alpinen Leistungssportler nicht mehr wegzudenken.

 

Mit dem Fachwissen, seiner Sozialkompetenz und der nötigen Einsatzbereitschaft gilt er in unzähligen Bereichen als Vorbild für uns alle.

Fachreferent Hans-Peter Pilz

Reini als verbindender Erfolgsgarant – 2018 Adelboden … (c) Pilz

… 2015 in Zagreb mit seinen Leistungssportlern. (c) Rudigier

 

 

 

 

 

 

Thomas Bogensperger – Leistungssportler, Trainer, Polizist und …….. Vorbild

Das Corona Virus begleitet uns in diesen Tagen bei vielen Gelegenheiten. Ob im Dienst oder privat, im Umgang mit anderen Menschen oder der Familie. Wir als PolizistInnen sind systemrelevant, somit als Berufsgruppe besonders gefordert.

Kurz vor dem Schreiben dieses Artikels wurde die Coronaampel im Bezirk Hallein auf rot gestellt, über die Gemeinde Kuchl sogar die Quarantäne verhängt. Was sich noch alles bis zum Erscheinen der aktuellen Ausgabe der Polizei-Sportrundschau ereignen wird, ist nicht vorhersehbar.

Aber gerade diese Zeiten ermöglichen es, besondere Personen vor den Vorhang zu holen, wie zum Beispiel den Trainer der österreichischen Polizeimannschaft alpin, BezInsp Thomas Bogensperger. Denn er ist als dienstführender Beamter der PI Abtenau aktuell mit den Auswirkungen des C-19 Virus beschäftigt. Abtenau liegt nämlich in unmittelbarer Nähe der genannten Corona-Hotspots und die Abtenauer Kollegen sind damit, wie viele andere in „roten“ Bezirken, sehr gefordert.

Thomas Bogensperger ist wegen seiner Persönlichkeit, als Polizist und Mensch, weit über die Rayonsgrenzen hinaus bekannt, beliebt und respektiert. Gleichzeitig war er auch ein erfolgreicher Polizeisportler und nun Sportfunktionär. Warum das so ist, soll die folgende Schilderung seines Werdeganges beschreiben:

 

Skikurs 1986: 1.v.v. „Bogi“, 3.v.v. Mathias Lanzinger (c) Bogensperger

 

 

 

 

 

 

Bogi am Start – so sehen Sieger aus. (c) Bogensperger

 

 

 

Thomas Bogensperger wurde am 7. Jänner 1982 in Abtenau, im Bundesland Salzburg, geboren. Dieser Ort ist für die Sportbegeisterung seiner Bewohner bekannt. Es ist kein Zufall, dass die ehemalige Gendarmerie-Weltklassesportlerin Alexandra Meissnitzer und der erfolgreiche Weltcupläufer Mathias Lanzinger ebenfalls von dort stammen.

Sein Vater Georg, Kommandant des damaligen Gendarmeriepostens, erkannte früh das Bewegungstalent seines Sohnes und förderte ihn, wo er konnte.  Schon sehr bald machte das junge Talent in den Sportarten Tennis und Skilauf auf sich aufmerksam. Obwohl er auch im Tennis zur österreichischen Spitze seiner Altersgruppe zählte, entschloss sich Thomas nach Absolvierung der Volks- und Hauptschule, als Skirennsportler in das Skigymnasium Stams zu wechseln.

Podest Salzburger Landesmeisterschaften 1996 (c) Bogensperger

 

 

 

Schülerrennen 1996: 1. Struger, 2. Bogensperger (c) Bogensperger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis dorthin hatte er schon als Mitglied des Salzburger Landeskaders im Riesenslalom und der Kombination zwei österreichische Schülermeister-Titel gewonnen. Während dieser Rennen machte er die Bekanntschaft mit dem Kärntner Peter Struger, mit dem er sich noch unzählige Male im Wettkampf messen sollte. Bei ihren ersten Kontakten konnte niemand vorhersehen, dass sie sich auch als Polizeikollegen wieder treffen würden.

In Stams setzte er seine Karriere als Skirennsportler fort, lernte seine spätere Ehefrau kennen und bestritt in diesen Jahren insgesamt 242 Starts bei FIS und Europacup-Rennen. Dabei errang Thomas sechs Siege und 14 Podestplätze.

Whistler Cup Super G, 3. Platz

beim Whistler Cup (CAN) – Bogensperger, Struger (c) Bogensperger

Jahrelang bedeutete der Skirennsport, im Hotel zu wohnen. (c) Pilz

Beim Whistler-Cup, einer internationalen Veranstaltung in Kanada für junge Talente, konnte er im Riesenslalom den 2., im Super-G den 3. Platz erringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 2003 traf Thomas die Entscheidung, sich beruflich neu auszurichten und absolvierte bis 2005 die Gendarmerieausbildung im Bildungszentrum Großgmain. Kurz danach erfolgte die Aufnahme in den Polizeikader alpin, wo er bald Bestzeiten fuhr. Anfangs machte ihm nur sein Freund und Kollege Werner Hinterberger die Spitzenposition innerhalb der Mannschaft streitig. Es sollte aber nicht lange dauern, bis in ihrem „Windschatten“ zusätzliche junge Sportler um die ersten Ränge mitkämpften.

(Bogensperger, Struger, Hinterberger) (c) Pilz

Polizei-WM Sestriere: Polizeikappe für den OK-Chef (c) Pilz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben seiner sportlichen Leistungsfähigkeit zeichnete sich Thomas aber auch durch sein Fahrgefühl aus. Dies wusste besonders die Skifirma Fischer zu schätzen. Viele Jahre war er für sie an diversen Tests beteiligt. Darüber hinaus war Thomas Mitglied jenes Teams, das unter Führung  der Universität Salzburg,  im Auftrag des Internationalen Skiverbandes (FIS), neue Skiradien für den Rennsport entwickelte.

Aufwärmen und kondtionell vorbereiten; immer seine Stärken. (c) Pilz

Die folgende Liste soll zeigen, welche sportlichen Erfolge Thomas Bogensperger in seiner Laufbahn feiern konnte:

2006 Polizei-WM Sestriere (ITA), 2. Platz Rieseslalom

2007 EPM Winter Deggendorf (GER), 3. Platz Slalom

2007 Exekutiv-MS Kärnten, 1. Platz Riesenslalom (Leistungsklasse)

2008 Polizei WM Sestriere (ITA), 1. Platz Riesenslalom

2008 Bundespolizeimeisterschaften Arnoldstein, 1. Platz Riesenslalom

2009 EPM Winter Tärnaby (SWE), 2. Platz Riesenslalom

RSL EPM Tärnaby: 1. Peter Struger, 2. Thomas Bogensperger; (c) Pilz

 

 

 

 

 

 

2010 BPM Semmering, 3. Platz Riesenslalom

EPM in Schweden (vlnr. Bogensperger, Struger, Herbst) (c) Pilz

 

2011 Exekutiv-MS Galtür, 2. Platz Riesenslalom (Leistungsklasse)

2012 Bundespolizeimeisterschaften Seefeld, 2. Platz Riesenslalom

2015 Exekutiv-MS Pichl/Mandling, 3. Platz Riesenslalom (Leistungsklasse)

2007 Exekutiv-MS Obdach, 2. Platz Riesenslalom (Leistungsklasse)

„Bogi“ voll in Fahrt (c) Guttmann

9 x Landespolizeimeister Salzburg, Riesenslalom

Kroatische Polizeimeisterschaften, 2 x 1. Platz, 1 x 2. Platz

Mehrere Siege und Podestplätze bei FIS-CIT Rennen

Mehrere Siege und Podestplätze bei ÖSV Punkterennen

Auch im Slalom immer an der Spitze. (c) Guttmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seinen Aussendienst startete Thomas in der PI Hallein, 2016 wechselte er als eingeteilter Beamter in die PI Abtenau. 2018 folgte der E2a Kurs in Wien. Nach einer kurzen Zeit als 2. Stellvertreter des PI-Kommandanten von Bergheim kehrte er wieder in die Dienstführung nach Abtenau zurück.

Ehrung für seine Leistungen. Bogensperger bei BM Platter. (c) BMI

In den Jahren 2005 bis 2020 absolvierte Thomas Bogensperger neben der

Dekretüberreichung 2011 mit BM Maria FEKTER, (c) BMI/A. TUMA

D-Trainerausbildung dienstliche Sonderverwendungen als Beamter im koordinierten fremdenpolizeilichen Dienst, als Strahlenspürer und Tatortbeamter.

2013 bei der Ski-WM in Schladming als Helfer (c) Pilz

 

 

 

 

 

2017 beendete er wegen eines Kreuzbandrisses seine Laufbahn als Polizei-Leistungssportler und wechselte nach der Rekonvaleszenz auf die Trainerseite. Seine Kompetenz, der Führungsstil und die Kameradschaft machten ihn zum Fixstarter für diese Funktion. Mit seinem Trainerkollegen Reini Rudigier bildet er ein kongeniales Team.

Reini Rudigier & „Bogi“, ein kongeniales Trainerteam. (c) Pilz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleichzeitig ist seine Tätigkeit ein Lichtstreif am Horizont der sich anbahnenden Verjüngung in der Führungsstruktur des Alpinkaders.  Die Hereinholung von frischen Ideen durch ambitionierte Führungskräfte ist in Zeiten wie diesen mehr als notwendig. Egal, ob im Dienstsport oder Polizeidienst. Und Thomas Bogensperger ist ein gutes Beispiel dafür, dass es solche Leute in unseren Reihen gibt.

Man muss sie nur ans „Ruder“ lassen! 🙂

Thomas Bogensperger ist verheiratet, Vater von zwei Mädchen und wohnt in seinem Geburtsort Abtenau.

 

Sankt Johann/Tirol – für uns Alpine immer eine Reise wert

Wie schon das gesamte Jahr, beeinträchtigte das Corona-Virus auch die Saisonanalyse der Alpinmannschaft. Sonst im Mai oder Juni anberaumt, musste diese wichtige Besprechung der Teamleitung auf den August verschoben werden. Um mit dem Alpinbudget so sparsam als möglich zu haushalten, erfolgte die Teilnahme in der Freizeit und auf Selbstkosten.

Am 17. 8. 2020 war es dann so weit. Der stv. Fachreferent Thomas Tönig hatte für eine ausgezeichnete Location in seinem Heimatort gesorgt. Er empfing uns, den Fachreferenten H. P. Pilz und die beiden Trainer, Reini Rudigier und Thomas Bogensperger in seinem eigenen Haus. Seine Gattin ließ es sich nicht nehmen, zuerst ein ausgezeichnetes Mittagsessen aufzutischen.

Danach ging es an die Arbeit. Wie in letzter Zeit festgestellt werden musste, ist nicht jedem bekannt, dass die Zugehörigkeit eines Leistungssportlers in einem der Kader an Richtlinien gebunden ist. Diese sind von der Teamführung schriftlich festzulegen und dem BMI bekannt zu geben. Dies erfolgte von den Alpinen erstmals im Jahr 2007, kurz nach Einführung dieser Bestimmung. 2014 wurden die Kriterien geringfügig angepasst.

Basierend auf diesen Vorgaben wurden, wie jedes Jahr!, auch nun die Leistungsparameter  ausgewertet. Und wieder stellte uns die Corona Krise vor eine neue Herausforderung. Denn durch einen schlechten Saisonstart mit wenig Schnee, bzw. einer hohen Zahl abgesagter Rennen zu Winterbeginn bis Mitte Februar hofften die AthletInnen während der zweiten Hälfte der Saison dieses Manko aufholen zu können. Das war aber nur eingeschränkt möglich, denn viele Rennen konnten aufgrund der Coronasituation nicht bestritten werden. Entweder fanden Rennen nicht statt, oder die Teilnahme konnte aus dienstlichen Gründen nicht erfolgen.

Trotzdem kam es zu einer Kaderreihung ausschließlich nach Leistungsparametern. Die einzige Änderung der Vorgangsweise gegenüber den Vorjahren bestand darin, keine Schnee-Kurstermine für die kommende Saison zu fixieren. Erstens war der Termin für die Exekutivmeisterschaften noch nicht fix, zweitens wollte die Alpinführung kurzfristig auf eventuelle Entwicklungen der Coronakrise Rücksicht nehmen. Fixiert wurde lediglich für September die alljährliche Konditionsüberprüfung als ersten Teil der erforderlichen Leistungsparameter.

Am Folgetag kam es zu einem weiteren Tagesordungspunkt der Analysesitzung. Wir trafen uns mit dem großen Förderer des Alpinkaders, Andreas Exenberger. Sein Elektrounternehmen ist mit 100 Arbeitern und Angestellten eines der großen Arbeitgeber in Kitzbühel. Er empfing uns im Büro seiner Firma. Gleichzeitig ist er im Skiclub Sankt Johann in einer wichtigen Funktion tätig. Das ist für die Polizeimannschaft bei Trainingskursen in dieser Gegend von unschätzbarem Wert.

Treffen mit dem großen Förderer der Alpinen, Andreas Exenberger (stehend vlnr: Tönig, Exenberger, Pilz; kniend vlnr: Rudigier, Bogensperger) (c) Pilz

Nach einer abschließenden Kurzbesprechung im kleinen Rahmen wurde die Heimreise angetreten. Das Ergebnis wurde dann von mir verschriftlicht und an das BMI als Jahresbericht weitergeleitet. Damit steht einer erfolgreichen Saison ausser einem Virus nichts mehr im Weg.

FIS Spitzenposition für alpinen Polizeisportler Klaus Waldner!

Anfang Juli ging ein Rauschen durch die Sportseiten der österreichischen Zeitungen.  Erstmals war es einem Polizeisportler gelungen in einem Sportweltverband eine Spitzenposition zu erringen. Was war passiert?

BezInsp Klaus Waldner, der noch bis zur heurigen Saison als Leistungssportler dem Alpinkader des BMI angehörte, wurde mit 1. August 2020 zum Renndirektor SkiCross ernannt. In dieser Funktion ist er an der Spitze dieser Sportart weltweit für deren Abwicklung zuständig. Als Race Director trifft er maßgebliche Entscheidungen für die Zukunft dieses Sportes und deren Regelwerke. Zusätzlich gehört die Leitung des Weltcupzirkus zu seiner Hauptaufgabe.

 

Faksimile aus der Krone online über die neue Funktion von KLaus Waldner

Aus diesem Grund werden die folgenden Zeilen seiner Biografie gewidmet sein.

Klaus Waldner wurde am 31. 7. 1980 in Vorarlberg (Au/Bregenzerwald) geboren. Nach der Pflichtschulzeit besuchte er das Sportgymnasium Dornbirn, welches mit Absolvierung der Matura 1998 abgeschlossen wurde.

Von 1995 – 1998 war Waldner Mitglied des alpinen Vorarlberger Landeskaders. Während dieser Zeit nahm er an unzähligen FIS Rennen aller Disziplinen teil. 1997 errang der bei den österreichischen Jugendmeisterschaften 3 Medaillen im RSL, SL und der Kombination.

Am 1. 12. 2000 trat er in die Gendarmerieschule Feldkirch/Giesingen ein. Ab 2001 gehörte er als Leistungssportler dem österr. Gendarmerie-, ab 2004 bis 2020 dem Polizeikader an.

Während seiner Zugehörigkeit zum Polizeiteam immer für Spitzenplätze gut. (c) Guttmann

 

BezInsp Klaus Waldner (c) Guttmann 

BezInsp Klaus Waldner (c) Guttmann

Nach Abschluss seiner beruflichen Grundausbildung startete er 2002 die dienstliche Laufbahn in der PI Dornbirn, 2009 kam Waldner in die PI Niederndorf/Tirol und anschließend aus privaten Gründen in die PI Kramsach. Seit Absolvierung der E2a Ausbildung versah er den Dienst in der PI Wattens.

Neben einer erfolgreichen dienstlichen Laufbahn war Waldner seit 2002 als Spitzensportler im SkiCross vertreten. Als Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft startete er bei 54 Weltcup Rennen. Dabei gehörte er zwischenzeitlich weltweit zu den 10 besten Athleten. Neben der Erringung des Österr. Meistertitels und mehreren Podestplätzen bei den nationalen Meisterschaften war er auch Teilnehmer bei den SkiCross Weltmeisterschaften 2009 und 2011.

2004 absolvierte er die 3-semestrige Ausbildung zum staatlichen Trainer an der Bundesanstalt für Leibeserziehung in Innsbruck und legte erfolgreich die Diplomprüfung ab. 2016 erlangte er die Lizenz zum technischen FIS-Delgierten für SkiCross.

Ab 2016 betätigte er sich in seiner Freizeit erfolgreich bei SkiCross-Weltcuprennen als Technical Advisor. In dieser Funktion war er maßgeblich am SkiCross Kursbau und der Streckensicherheit beteiligt.

Wie schon eingangs angeführt, erhielt Waldner als bisherige Krönung seiner Laufbahn im Frühjahr 2020, nicht zuletzt wegen seiner ausgezeichneten Fachkenntnisse, vom Internationalen Skiverband FIS das Angebot, als Chief Race Director die Leitung für den gesamten Weltcupbereich SkiCross zu übernehmen. Diese Funktion bekleidet Waldner nun seit 1. 8. 2020. Während dieser Vollzeitbeschäftigung ist er vom Polizeidienst karenziert.

Schon im Juli in seiner neuen Funktion tätig: hier bei der Streckenbesichtigung für die Olympiade 2026 in Mailand. (c) Waldner

Streckenbesichtigung für den SkiCross Weltcup 2021 in Innichen, Italien Waldner 3.v.l. (c) Waldner 

Streckenbesichtigung für den SkiCross Weltcup 2021 in Innichen, Italien Waldner 3.v.l. (c) Waldner

Natürlich beendete Waldner mit dem Beginn seiner Funktion bei der FIS die Laufbahn als Spitzen-, bzw. Leistungssportler des BMI.

Das Alpinteam der Polizei wünscht ihm alles Gute bei seiner neuen Tätigkeit.

Polizei Ski alpin – einst und jetzt

Während der Corona Krise, also in einer Zeit des wirtschaftlichen und sozialen Stillstandes, ergab sich die Gelegenheit, allgemeine Zeilen über das Fachreferat Ski alpin zu schreiben. Die Entwicklung der letzten 25 Jahre, beleuchtet durch einzelne Episoden, prägende Personen und bevorstehende Ziele.

Doch beginnen wir mit den Grundlagen. Ski alpin ist eine der berufsbezogenen Dienstsportarten. Dies deshalb, da Skifahren auch als wesentlicher Bestandteil der polizeilichen Tätigkeit in alpinen Lagen gilt. Bei allen Alpinen Einsatzgruppen und Skiunfallerhebungsbeamten wird ein bestimmtes Maß an skitechnischen Fertigkeiten vorausgesetzt. Dieses Eigenkönnen ist aber nicht selbstverständlich, sondern bedarf einer dienstlichen Förderung.

Zusätzlich spielt für alle übrigen Polizisten die psychophysische Leistungskurve eine bedeutende Rolle. Das heißt, je besser die Physis, desto größer auch die psychische Leistungsfähigkeit für den Dienst. Dafür bietet die Sportart Skifahren eine perfekte Gelegenheit, körperliches Training mit positiven emotionalen Erlebnissen zu verbinden.

Durch diese Anknüpfungspunkten gelangen wir in der weiteren Betrachtung vom Dienstsport zum Leistungs-, bis weiter zum Spitzensport. Und genau deshalb war und ist auch geschichtlich gesehen Ski alpin ein bedeutender Faktor in der Exekutive.

Polizeiteam nach der Zusammenlegung 2004 (c) Pil

Als es noch zwei Welten gab:

Der soeben gewählte Sammelbegriff Exekutive ist bewusst gewählt. Denn bis 2004, also bis zur Zusammenlegung der beiden Exekutivkörper Polizei und Gendarmerie, waren viele Bereiche strikt getrennt. Der Unterschied wurde auch besonders in sportlichen Belangen sichtbar. Während sich die Gruppe A (Bundespolizei) in den 90er Jahren mehr auf den alpinen Leistungssport konzentrierte, legte die Gruppe B (Bundesgendarmerie) den Schwerpunkt auf Spitzensport. Für die Gruppe A war RegRat Siber hauptverantwortlich. In der Gruppe B prägte Oberst Ignaz Assinger den Alpinbereich. Assinger konnte einerseits mit Kontakten zum ÖSV und andererseits in das BMI viele Brücken bauen, die der Sache dienlich waren. Während seiner Tätigkeit als Sportoffizier der Gendarmerie fanden unzählige ÖSV Athleten den Weg zur Exekutive. Es seien nur einige Namen, wie Alexandra Meissnitzer,

Bild aus der kurzen Profikarriere des stv. FRef Tönig. (c) Tönig

Armin Assinger, Fritz Strobl, Roland Assinger, Thomas Tönig, Konrad Walk… erwähnt. Unter diesen erfolgreichen Sportlern befanden sich sogar Olympiasieger, Weltmeister und Weltcupsieger.

Tönig als Rookie of the Year bei der US Pro Tour in Jackson Hole USA; (c) Tönig

Vor der offiziellen Vereinigung von Gendarmerie und Polizei im Jahr 2004 kam es schon während der Saison 2002/03 zur Zusammenführung der alpinen Leistungskader. Die erstmaligen gemeinsamen Trainingskursen fanden unter einer neuen Führung statt. Fachreferent wurde Jörg Hirschberger, sein Stellvertreter Hans Peter Pilz führte wie schon seit 1987 als Coach mit dem neuen Trainer Thomas Tönig das alpine Polizeiteam an.

Das Tainerteam ab 2003, Pilz, Tönig; (c) Pilz

Neue Grundlagen unter Bundesministerin Prokop:

2005 folgte die Erstellung von neuen Rahmenbedingungen im Leistungs- und Spitzensport des BMI. Ein Meilenstein im Polizeisport, der hauptsächlich der damaligen Innenministerin und früheren Weltklasseathletin Liese Prokop zu verdanken ist.

Kurz nach der Reform von BM Prokop zur Polizei: Mark Digruber, Reinfried Herbst; (c) Guttmann

Basierend auf diesem Fundament dienstlicher Förderungen kam es zur Möglichkeit, Spitzensportler unter wesentlich erweiterten Rahmenbedingungen in das BMI aufzunehmen. Die daraus resultierenden sportlichen Erfolge sind ohne Übertreibung als deren Vermächtnis zu sehen.

Es bedurfte zwar im Lauf der Jahre mehrerer Adaptierungen, aber die Grundzüge von 2005 machten vieles erst möglich. Eine Weiterführung der Erfolgsgeschichte wurde und wird durch die Arbeit der Abt. I/c, zu der auch der Dienstsport gehört, mit der deutlichen Erhöhung der Spitzensportplanstellen stark weiterentwickelt. In diesem Bereich ist Alpin/SkiCross mit gegenwärtig 22 AthletInnen vertreten.

2009 kam es neuerlich zu einem Wechsel in der Teamführung: H. P. Pilz löste den in eine andere Funktion wechselnden Jörg Hirschberger als Fachreferent alpin ab. Thomas Tönig rückte auf den Stellvertreter nach.

Feierliche Verabschiedung von Jörg Hirschberger im Rahmen der BPM am Semmering. (c) Guttmann

Der Einstand in die Funktion als Fachreferent verlief fließend. (c) Guttmann

Das aktuelle Trainerteam (v.l.n.r. Bogensperger, Rudigier) (c) Pilz

Das Trainerteam wurde mit Reinhard Rudigier neu besetzt. 2016 folgte mit Thomas Bogensperger eine weitere Trainerbesetzung im arbeitsintensiven Skibereich.

Wettkämpfe auf allen Leistungsstufen bis zur Weltspitze:

Die Leistungs- und Spitzensportler absolvieren jährlich eine Vielzahl von Rennen auf den verschiedensten Leistungslevels. Dazu zählen nationale und internationale Rennen bis zum Weltcup.

EPM 2009 Tärnaby, SWE (c) Pilz (v.l.n.r. Sponring, Bogensperger, Fachref. Hirschberger, Herbst, Struger, Trainer Pilz)

Siegespodest im SL EPM 2009: Gold durch Struger, Silber durch Bogensperger (c) Pilz

Ebenso befinden sich Startverpflichtungen bei Polizeirennen darunter. Zum Höhepunkt dieser Rennen gehören die alle zwei Jahre stattfindenden Bundes Polizei Meisterschaften Winter. In den Zwischenjahren werden die Exekutivmeisterschaften abwechselnd vom Bundesheer, den Finanzbehörden, der Justiz und dem BMI abgewickelt. Dabei haben die von den Bundesländervereinen entsandten Polizeisportler die einmalige Gelegenheit, gegen die weltbesten Ski-AthletInnen der einzelnen Resorts zu fahren.

EPM 2017 Sieger Marc Digruber (c) Dietrich

In der kommenden Saison steht wieder eine Exekutivmeisterschaft auf dem Programm. Die Bundespolizei, als Organisator die LPD OÖ, ist diesmal an der Reihe. Ebenso ist die Durchführung der alpinen Polizei Europameisterschaften in Österreich im Gespräch.

DIe EPM ermöglichen immer wieder ein Wiedersehen mit „alten Bekannten“. Im Bild der FRef. mit dem norwegischen Team. (c) Guttmann

Bei internationalen Rennen wie den Europameisterschaften, setzen sich die entsendeten Teams aus einer Mischung von Spitzen- und Leistungssportlern zusammen. Im Leistungssport besteht der Kader aus 13 Mitgliedern.

Eines der erfolgreichen Mitglieder des LSp-Kaders: Werner HInterberger. (c) Guttmann

Um Leistungssportler werden zu können, müssen die sich Bewerber nach im Voraus bestimmten Leistungskriterien qualifizieren. Nur wenn diese besser sind, als von einem aktiven Kadermitglied, kann eine Neuaufnahme erfolgen.

Leistungssportkader 2015 (c) Guttmann

Das Trainerteam wird von Reinhard Rudigier und Thomas Bogensperger gestellt. Beide haben fundierte Ausbildungen und stammen aus den Reihen ehemaliger Leistungssportler. Im Rahmen der Vorbereitungskurse werden die AthletInnen in teilweiser Zusammenarbeit mit dem ÖSV an ihre Bestform herangeführt.

Wobei grundsätzlich die gute Kooperation mit dem Österreichischen Skiverband zu erwähnen ist. Zum Beispiel bei der Unterstützung von Testteams vor sportlichen Großereignissen, oder dem Informationsaustausch bezüglich optimaler Trainingsbedingungen. Das Netzwerk unter den Trainer funktioniert hervorragend.

Kooperation der LSp mit dem ÖSV bei der WM in Schladming (c) Pilz

Aber wofür bracht es eigentlich Sportler in den Reihen der Polizei?

Diese Frage begleitet mich seit 37 Dienstjahren. Zuerst als Leistungssportler und später als Trainer und Fachwart, – bzw. referent des ÖPOLSV. Meine Antwort ist immer dieselbe: Jeder Staat hat die Aufgabe, alle Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zu fördern. Nach einer Studie der WKO aus dem Jahr 2006 erzielte damals die sportliche Förderung in Österreich ein Gesamtwirtschaftsvolumen von 15,4 Mrd €uro, bzw. 7,5% des Gesamtwirtschaftsvolumens. Es mag daran der Förderungsbeitrag des BMI nur ein kleiner Anteil sein. Dennoch ist er ein wichtiges Puzzelteil. Zusätzlich ist der Beweis von körperlicher Fitness ein bedeutendes Element unseres Berufsbildes. Bekannte SportlerInnen in Uniform tragen wesentlich zu dieser Vorstellung eines Polizisten, einer Polizistin, in der Gesellschaft bei.

Zusätzlich ist es mir immer wieder ein Anliegen, auf die soziale Bedeutung für die einzelnen AthletInnen hinzuweisen. Bis auf ganz wenige Sportarten, zu denen Alpinrennsport sicher nicht gehört, können SportlerInnen, die nicht Weltspitze sind, davon leben. Umso wichtiger ist auch in diesem Bereich die vorbildliche Sportförderung des BMI.

Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt:

Gerade im Leistungssport entwickelte sich in den letzten Jahren durch verschiedene Gründe ein Umfeld, dass erfolgreiche, professionelle Arbeit erschwert. Geringer werdende finanzielle Unterstützung, Auslagerung von Entscheidungskompetenzen an die LPD`s, bürokratische Auflagen mit geringem Nutzen für die Sache. All diese Punkte bedürfen in der Zukunft breiterer Beachtung und Verbesserung.

Trotzdem überlagern die positiven Effekte bei weitem diese Probleme. Gerade die Vielzahl der dienstlichen Karrieren vieler ehemaliger Spitzen- und Leistungssportler beweisen das. Als jüngstes Beispiel sei nur kurz die parallele Entwicklung eines Beamten aus dem „Polizei-Skikader“ angeführt:

BezInsp Klaus Waldner (c) Guttmann

BezInsp Klaus Waldner – ein Beispiel stellvertretend für viele Andere:

BezInsp Klaus Waldner trat nach einer Jugendkarriere beim Vorarlberger Landesskiverband 2000 und dem Ablegen der Matura in die Gendarmerie ein. Seit 2004 im alpinen Polizeikader, war er parallel zu seinem Dienst, Mitglied im ÖSV-SkiCross Nationalteam. Er startete bei 54 Weltcuprennen, gehörte weltweit zu den 10 besten SkiCrossern.

Waldner als Athlet bei den int. Polizei-MS auf der Weltcupstrecke in Sestriere. (c) Pilz

Waldner war Teilnehmer bei zwei Weltmeisterschaften und absolvierte ab 2004 die staatliche Trainerausbildung. 2016 wurde er technischer Delegierter FIS für SkiCross und war bei div. Weltcuprennen als Technical Advisor tätig. Wegen seiner hohen Qualifikationen wurde er ab 1. Juli 2020 von der FIS zum Chief Race Director für die Weltcupserie SkiCross ernannt. In dieser Funktion trägt Waldner die Verantwortung für den Gesamtablauf der Weltcuprennen.

Zwischen den Rennen und seiner Tätigkeiten als Sportfunktionär absolvierte Waldner seinen Dienst zuerst in Vorarlberg, dann aus privaten Gründen in Tirol. Zuletzt legte er die E2a Ausbildung ab und hat nun seine Planstelle in der PI Wattens.

Der beispielhafte Werdegang des Polizisten Klaus Waldner zeigt auf ein Neues, dass das Sport-Fördermodell des BMI äußerst erfolgreich ist. Den AthletInnen wird ermöglicht, ihren Sportarten neben der beruflichen Tätigkeit „treu zu bleiben“. Gleichzeitig beweist diese Kurzbiografie aber auch, dass zeitgleich eine dienstliche Karriere möglich ist die als Vorbild für Andere dienen kann.

Gemeinsames Erreichen der „normalen Normalität“:

Um am Ende wieder die Corona Krise zu strapazieren: Trotz der dadurch entstandenen schwierigen Umstände steht der Polizeisport auf gesunden Beinen.

Zwei der größten Förderer mit Trainer Rudigier im Gespräch: Präsident und Vizepräsident des ÖPOLSV, Willi Liberda und Andreas Pilsl; (c) Guttmann

Gerade in solchen Zeiten bedanke ich mich besonders bei den Unterstützern im BMI und ÖPOLSV, sowie den Sponsoren und ersuche um weitere konstruktive Zusammenarbeit im Sinn der Sache.

 

 

Hans Peter Pilz

Fachreferent alpin

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