Schi Alpin

Reinhard „Reini“ Rudigier – ein Skitrainer als Tausendsassa!

Nach Biografien über den stellvertretenden Fachreferenten Thomas Tönig und den Trainer Thomas Bogensperger schließt sich nun der Reigen mit einem Bericht über den Cheftrainer Reinhard Rudigier.

1976 Reinis Anfänge im Paznauntal (c) Rudigier

 

Ich lernte „Reini“, wie er von allen genannt wird, 1986 kennen. Meine aktive Laufbahn als Alpinrennläufer war gerade zu Ende und die Tätigkeit als Trainer des österreichischen Polizeikaders alpin am Beginn. Ich als Trainer war jünger als die Mehrzahl der alpinen Leistungssportler. Umso wichtiger war es, auch in der Mannschaft einen Generationenwechsel einzuleiten. Und Reini war einer dieser jungen Wilden.

Die ersten Erfolge: 1976 Bezirks-MS Galtür (c) Rudigier

Doch vorerst zu seinen Anfängen:

Reini Rudigier besuchte nach der Volksschule von 1976 bis 1980 die Schi-hauptschule in Neustift und wechselte 1980 in das Schigymnasium in Stams.

1980 int. Schüler-MS Zakopane (c) Rudigier

1980 int. Schüler-MS Zakopane (c) Rudigier

 

Durch sein Bewegungstalent war er schon im Schülerbereich aufgefallen und Mitglied des Tiroler Landeskaders. Einer seiner damaligen Schulkollegen war der spätere Weltcupsieger Bernhard Gstrein.

1982 beendete er seine Zeit im Skigymnasium Stams und besuchte fortan das Oberstufenrealgymnasium in Landeck, welches er 1985 mit der Matura abschloss.

„Ich konnte trotz akzeptabler Leistungen bei den FIS Rennen in der Pubertät meine körperliche Unterlegenheit gegenüber den „Riegeln“ wie Gstrein nicht wettmachen.“, antwortete Reini auf meine Frage, warum er die Schule gewechselt hatte.

Trotz attraktiver Angebote der Skischulen des Paznauntales entschloss er sich 1986 zum Eintritt in die Polizei. Nach der Grundausbildung versah Rudigier von 1987 bis 2006 den Streifendienst in der BPD (SPK) Innsbruck im Wachzimmer Neu Arzl und später im Wachzimmer Reichenau. 2006 wechselte er in den  Bezirk Imst zur PI Silz als eingeteilter Beamter. Dort versieht er auch heute noch seinen Dienst.

Als Multitalent vielseitig verwendbar:

Da Reini mit Deutsch, Englisch und Französisch drei Sprachen beherrscht, war er zeitgleich auch an anderen Orten dienstlich tätig. Von 1994 bis 2001 absolvierte er – meist in leitender Funktion – fünf UNO-Einsätze in Ruanda, Mosambik, Haiti, Bosnien und Osttimor. In besonderer Erinnerung blieb ihm der Einsatz in Ruanda, bei dem die UNO-Polizisten nach Ausbruch des Bürgerkrieges von der französischen Fremdenlegion erst im letzten Moment evakuiert wurden.

„Ich konnte bei diesen Einsätzen viele Eindrücke gewinnen, die meine Sicht auf das Leben bis heute entscheidend prägen!“, so das Resumee von Reini beim Rückblick auf diesen Abschnitt seines Lebens. (c) Rudigier

 

Der (Polizei-)Sport als willkommener Ausgleich:

Österr. Polizeimeister 1988 im RSL vor seinem besten Freund Thomas Frühberger und Gerhard Stöckl (c) Rudigier

1991 Am Weg ins Ziel des Parallel-SL in Heavenly Valley (c) Rudigier

 

Sportlich war die Karriere nach Stams aber noch nicht zu Ende. Wie anfangs erwähnt, wurde Reini 1986 Mitglied des österreichischen Polizeikaders Alpin. Dies sollte er trotz seiner UNO-Abwesenheiten bis zum Jahr 2000 bleiben. Sein unbeschreibliches Bewegungsgefühl machte eine Vielzahl von Podestplätzen bei Österreichischen Polizeimeisterschaften möglich.

 

 

 

 

Als neuer Polizeiweltmeister mit internationalen Kollegen (c) Rudigier

 

International startete Reini als Mitglied der österreichischen Mannschaft zwischen 1991 und 1999 mehrere Male bei den International Police Winter Games in den USA. Dabei konnte er in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Super-G und Parallel-Slalom insgesamt zehn WM-Titel gewinnen.

Mut bewies Reini auch bei der Bekleidung – Polizei-Renndress 1993. (c) Rudigier

 

 

 

 

 

 

Legendär waren auch seine Mutproben, gepaart mit technischem Können auf Ski. Seine Schussfahrten über die steilsten Buckelpisten, oder mit nur einem Ski entlang kilometerlanger Abfahrten sind heute noch Inhalt abendlicher Kamingespräche.

 

Als Funktionär erfolgreich:

Es war nur logisch, dass die Vereinsleitung des PSV Innsbruck auf das Multitalent aufmerksam wurde. Seit 1994 war er in verschiedenen Funktionen tätig, ab 2001 als Sektionsleiter Ski alpin. Nach der Zusammenlegung der Tiroler Vereine zum Polizeisportverein Tirol, bekleidet er von 2005 an bis heute die Stelle des Sektionsleiters für Ski- und Alpinsport.

Ob bei Konditraining … (c) Pilz

 

… oder Videostudium. Seine Kompetenz ist immer gefragt! (c) Pilz

2010 kam es innerhalb der Führungs-riege des österreichischen Polizeikaders alpin zu einer Personalrochade. Dabei wurde eine Trainerposition frei. Für mich als Fachreferenten gab es keinen Besseren als Reini. Denn zusätzlich hatte er 2004 die staatliche Trainerausbildung abgeschlossen und er war auch im Spitzensport als Funktionär bis zu Europacuprennen tätig. Seine stolze Leistungsbilanz beantwortete die Eignung für den Trainerjob von selbst.

 

Seither ist Reini Rudigier als Trainer unserer alpinen Leistungssportler nicht mehr wegzudenken.

 

Mit dem Fachwissen, seiner Sozialkompetenz und der nötigen Einsatzbereitschaft gilt er in unzähligen Bereichen als Vorbild für uns alle.

Fachreferent Hans-Peter Pilz

Reini als verbindender Erfolgsgarant – 2018 Adelboden … (c) Pilz

… 2015 in Zagreb mit seinen Leistungssportlern. (c) Rudigier

 

 

 

 

 

 

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