Eishockeyteam belegte 4. Platz und stellt MVP der WM
Beste Platzierung in der Geschichte
Das Nationalteam traf sich am Ostermontag, den 17. April 2017 um 12:00 Uhr in Linz. Die Mannschaft trat um 13:00 Uhr von dort aus, mit einem Postbus der dankenswerterweise von der LPD Oberösterreich zur Verfügung gestellt wurde, und dem bewährten Busfahrer Josef Lenz (LA1 –OÖ) die Reise zur WM 2017 nach Liberec (Reichenberg) an.
Die Anreise am letzten Osterfeiertag war eine Geduldsprobe. Nach einer langen Fahrzeit von 7 Stunden wurde sofort die Kabine im Sportpark Liberec bezogen. Anschließend begab sich die Mannschaft gleich zum Abendessen ins Turnier-Hotel Babylon, während sich der Delegationsleiter Harald Pschernig um die Formalitäten im Hotel kümmerte. Nach der beschwerlichen Anreise, war jeder froh endlich auf sein Zimmer zu kommen und die Regeneration einzuleiten.
Am Dienstag, 18. April traf sich die Mannschaft um 08:30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück. Im Anschluss wurde im Hotel ein Teammeeting abgehalten, danach war Abfahrt zur Eishalle.
Die individuelle Vorbereitung auf das einzige gemeinsame Eistraining begann, bevor das Team um kurz vor 11:00 Uhr das erste Mal das WM-Eis betrat. Die Einheit, an der alle 18 Spieler teilnahmen, wurde um 12:30 Uhr nach sehr intensiven 90 Minuten beendet.
Die Mannschaft machte danach einen Regenerationslauf zum Hotel. Der Delegationsleiter erledigte nach dem Training die Akkreditierung und gab mit seiner Unterschrift auf der Ehrenerklärung, deutlich zum Ausdruck, dass alle eingesetzten Spieler auch Angehörige der Polizei Österreich sind.
Am Nachmittag standen präventive und regenerative „Physiotherapeutische Maßnahmen“ am Programm.
Die Mannschaftsführersitzung, die Auslosung und das Technische Meeting, an dem der Delegationsleiter und Head Coach Harald Pschernig teilnahm, fand um 21:00 Uhr im Konferenzraum des Mannschaftshotels Babylon statt. Die Auslosung bescherte uns folgende Gegner in der Gruppe B;
Titelverteidiger Polizei Slowakei
Polizei Ungarn
Polizei Finnland
Polizei Dynamo Kazan (Russland)
Nach der erfolgten Auslosung und einem kurzen Briefing (Spielzeit in der Gruppenphase 2 x 20 Minuten netto) fand noch ein Teammeeting statt und die weitere Vorgehensweise wurde besprochen.
Der erste Spieltag am Mittwoch, den 19. April stellte uns mit dem 1. Gruppenspiel gegen den Titelverteidiger Slowakei vor eine große Herausforderung.
Die Mannschaft traf sich um 08:00 Uhr zum Frühstück. Zu diesem Zeitpunkt beobachtete der Head Coach schon das erste Turnierspiel zwischen Dynamo Kazan und unserem ersten Gegner der Slowakei. Dynamo Kazan gewann dieses Spiel mit 7:1.
Die gewonnen Eindrücke vom Spiel wurden der Mannschaft in der Spielbesprechung um 09:45 Uhr mitgeteilt und der Game Plan für das richtungsweisende Turnierspiel besprochen. Das erste Face-Off in der Halle II fiel pünktlich nach dem Abspielen der Hymnen um 11:00 Uhr.
Das Spiel begann sehr intensiv, und so gingen wir nach 01:25 durch Christian Pessentheiner, nach Assist von Helmut Plankensteiner und Rene Tödling, mit 1:0 in Führung. Das Spiel war ein offener Schlagabtausch. Dem Ausgleich folgte die 2:1 Führung durch Michael Köfeler nach Zuspiel von Ivan Schaurhofer.
Der Slowakei gelang wiederum der Ausgleichstreffer. Wir gingen jedoch mit einer 3:2 Führung, Tor durch Michael Köfeler nach Assist von Nico Toff und Harald Ofner, in die Pause.
Der Slowakei glückte durch einen individuellen Fehler noch der Ausgleich und so ging es nach 40 Minuten zum Penaltyschießen. Hier zeigte unser Torhüter Florian Goriupp seine ganze Klasse und Michael Köffeler erzielte mit seinem 3. Treffer in diesem Spiel das Game Winning Goal. Das Spiel wurde mit 4:3 (3:2/0:1/1:0) n.P. gewonnen und damit der Grundstein für ein sehr erfolgreiches Turnier gelegt.
Tore: Köfeler (3) Pessentheiner
Die Pause zwischen den beiden Spielen wurde in der Kabine verbracht, die Zeit zur Regeneration und für Physiotherapeutische Maßnahmen genützt. Das bereitgestellte Obst, die Snacks sowie die Getränke dienten der Energiezufuhr.
Das 2. Spiel um 15:00 Uhr gegen Ungarn wurde mit 6:1 (4:0/2:0) gewonnen.
Wir starteten mit der Euphorie des 1. Sieges und gingen sehr schnell durch unseren Edeljoker Patrick Kristler nach Assist von unserem Kapitän Nici Graf in Führung. Danach flachte das Spiel ab, und den Ungarn gelang der Ausgleich.
Die Ungarn kreierten in der Folge einige Torchancen. Ein Time Out zur rechten Zeit brachte jedoch den gewünschten Erfolg und die Mannschaft erinnerte sich ihrer Stärke.
Wir erzielten Tor um Tor, Maxi Isopp nach Tino Teppert/Nico Toff; Max Wimmer nach Rene Tödling/Helmut Plankensteiner und Rene Tödling nach Helmut Plankensteiner/Max Wimmer. Wir gingen mit einer 4:1 Führung in die Pause. In der 2. Halbzeit wurde das Ergebnis verwaltet und noch 2 weitere Treffer; Christian Pessentheiner nach Rene Tödling/Max Wimmer sowie Max Wimmer nach Rene Tödling/Christian Pessentheiner ; erzielt.
Tore: Wimmer (2), Isopp, Tödling, Pessentheiner, Kristler.
Die Eröffnungsfeier um 19:00 Uhr war der letzte offizielle Termin an diesem sehr erfolgreichen aber auch sehr intensiven Tag.

Die beiden Patrick, Marksteiner und (A) Kristler, sowie Ivan Schaurhofer, Christian Lackner und Max Wimmer
Beim Abendessen wurden die ersten 2. Turnierspiele analysiert und im Anschluss beim externen Physiotherapeuten Michael Ober, die ersten Blessuren behandelt.
Am Donnerstag, den 20. April fand das Frühstück bereits um 06:00 Uhr statt, da um 08:00 Uhr schon das nächste schwere Spiel gegen Finnland am Programm stand.
Die Ausgangslage war sehr klar: mit einem Sieg in regulärer Spielzeit, ist das Semifinale erreicht! Dementsprechend war die Mannschaft auf dieses Spiel fokussiert. Zum ersten Mal in diesem Turnier gerieten wir in Rückstand und fanden lange nicht den Rhythmus der ersten beiden Spiele, ehe Michael Köfeler nach sehenswertem Zuspiel von Harald Ofner und Nico Toff, den Ausgleich erzielte. In der Pause wurde das Geschehene ruhig analysiert, besprochen, und die Lehren daraus gezogen.
Die Mannschaft ging danach durch Nico Toff nach Assist von Michael Köfeler und Harald Ofner erstmals in Führung und kontrollierte das Spiel, ehe ein glücklicher Schuß der Finnen wieder den Ausgleich herstellte. Doch dieses Spiel zeigte den wahren Charakter der Mannschaft – Alle Spieler wollten diesen Sieg! Die 3:2 Führung 4:22 Minuten vor dem Ende, wurde durch den unbändigen Willen ein Tor zu erzielen, aus einem Getümmel heraus, durch Michael Köfeler, unter Mithilfe von Nico Toff/Harald Ofner erreicht.
Die Finnen versuchten alles, jedoch stand das Team rund um den Goalkeeper Florian Goriupp, sehr kompakt und sicher. So gelang uns noch 2 Sekunden vor Spielende durch Harald Ofner nach Assist von Maxi Isopp und Tino Teppert, das 4:2 Empty Net. Der Jubel am Eis kannte keine Grenzen.
Die Strapazen dieses Spieles war allen Spielern in der Kabine anzumerken und unser Physiotherapeut hatte alle Hände voll zu tun. Der Sieg bedeutete schon vor dem letzten Gruppenspiel den Einzug ins Semifinale.
Tore: Köfeler (2), Toff, Ofner
Während die Spieler ihre Wunden behandeln ließen, hatte der Delegationsleiter Harald Pschernig einen offiziellen Termin. Es stand um 11:00 Uhr der Empfang des Bürgermeisters und des Landeshauptmannes von Liberec, sowie des Präsidenten von UNITOP am Programm. Diese Veranstaltung musste der Head Coach jedoch früher verlassen, da um 14:00 Uhr das letzte Gruppenspiel stattfand.
Das 4. Turnierspiel gegen Polizei Dynamo Kazan (Russland) wurde mit 0:5 (0:1/0:4) verloren.
Das Match wurde taktisch sehr diszipliniert gespielt und konnte sehr lange offen gehalten werden. Der Knackpunkt in diesem Spiel waren die Strafen.
Bei 4 der 5 Tore waren wir in Unterzahl. Eine alte Weisheit „auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele“ hat sich leider wieder einmal bewahrheitet.
Der späte Nachmittag und frühe Abend wurde zur Regeneration im Mannschaftshotel genützt. Nach dem Abendessen gab es noch eine Mannschaftsbesprechung.
Semifinale
Das Semifinale fand am Freitag, den 21. April um 12:30 Uhr in der Halle I gegen den Gruppensieger der Gruppe A – Polizei Moskau statt. Das Frühstück um 09:30 war ein kleiner Brunch um den Energiespeicher voll aufzuladen. Die Mannschaft fuhr um 10:30 Uhr zur Halle und bereitete sich intensiv auf das Spiel vor.
Wir starteten sehr schlecht in dieses Spiel und wurden nach einem individuellen Fehler sofort mit einem Tor bestraft. Die Mannschaft fing sich und erzielte durch Harald Ofner, Zuspiel von Michael Köfeler/Tino Teppert den Ausgleich, aber das war auch schon alles. Nach 7 Spielminuten führte der übermächtige Gegner schon mit 1:4. Moskau ließ während der gesamten Spielzeit nie die Frage offen, wer hier als Sieger vom Platz geht!
Das Spiel wurde klar mit 2:8 (2:5/0:3) verloren. Den zweiten Treffer erzielte Maxi Isopp nach Assist von Nico Toff.
Tore: Ofner, Isopp
Gleich nach dem verlorenen Semifinale begann die Vorbereitung auf das Spiel um Platz 3. Der Nachmittag wurde im Wellnessbereich des Hotels bzw. am Massagetisch des Physiotherapeuten verbracht. Ein gemeinsamer Spaziergang durch die Altstadt und das Abendessen ließen diesen Turniertag ausklingen.
Der Delegationsleiter nahm um 19:00 Uhr am VIP-Empfang in den altehrwürden Räumlichkeiten der Polizei Liberec teil. Gastgeschenke wurden ausgetauscht und bei angenehmer Live-Musik der Kontakt unter den Kollegen vertieft.
Spiel um die Bronzemedaille gegen Tschechien
Das Frühstück am 22. April um 07:30 Uhr mit der anschließenden Mannschaftsbesprechung fand im Hotel statt. Um 08:30 Uhr durften wir die Kabine wechseln und uns für das Spiel in der 10.000 Zuschauer fassenden Home Credit Arena vorbereiten.
Die Atmosphäre in der Heimstätte der „Bili Tygri Liberec „ war etwas Besonderes. In diesem Spiel, das um 10:00 Uhr angesetzt war, mussten wir leider auf Helmut Plankensteiner und Patrick Kristler (beide hatten muskuläre Probleme) verzichten.
Das Spiel mit 3 x 20 Minuten (netto) verlangte alles von uns ab. Es begann ein offener Schlagabtausch, in dem die Tschechen aus dem Nichts ein Tor erzielten. Durch diesen Treffer ließen wir uns verunsichern, und dem Gegner glückte noch im 1/ 3 durch einen Doppelschlag eine 3:0 Führung.
Mit dieser Hypothek ging es das erste Mal in die Kabine. Der Game Plan und die Linien wurden verändert um den Traum von der Bronzemedaille noch realisieren zu können. Die Änderung zeigte sofort ihre Wirkung und wir konnten durch Tore von Maxi Isopp, nach Tino Teppert/Harald Ofner und Harald Ofner nach Assist von Nico Toff auf 2:3 verkürzen.
Leider bekamen wir kurz vor dem Drittelende noch zwei Tore und so gingen wir mit einem 2:5 Rückstand in die 2/3 Pause. Jetzt galt es „Alles oder Nichts“ und wir nahmen volles Risiko. Wir übernahmen im 3/3 das Kommando und erzielten durch Michael Köfeler, nach Zuspiel von Tino Teppert/Nico Toff, den Anschlusstreffer.
Doch jetzt merkten wird, dass wir in Tschechien gegen Tschechien um eine Medaille spielten. Die Tschechen erzielten aus einem 5:3 Überzahlspiel das 3:6 und damit den Endstand in diesem Spiel. Die Enttäuschung nach dem Spiel war dementsprechend groß. Die Stimmung über den größten Erfolg in der Geschichte kam erst nach dem Umzug in der alten Kabine nach und nach auf.
Tore: Isopp, Ofner, Köfeler
Die Schlussfeier mit dem Einmarsch der Mannschaften fand im direkten Anschluss nach dem Finale Polizei Moskau gegen Polizei Dynamo Kazan 2:1 am Eis statt.
In dieser Zeremonie wurde Nico TOFF vom Turnierdirektorat zum MVP (Most Valuable Player) der WM 2017 ausgezeichnet und geehrt.
Ein Farewell Dinner mit einer Playersparty im Kongresssaal des Mannschaftshotels war ein würdiger Rahmen und eine schöne Abschlussveranstaltung, für die Teilnahme der erfolgreichsten Österreichischen Mannschaft an Weltmeisterschaften.
Mein ausdrücklicher Dank gilt dem BMI für die Entsendung des Eishockeyteams auf der Basis Sonderurlaub.
Dem ÖPOLSV für die Entsendung und finanzielle Unterstützung.
Dem Physiotherapeuten Michael OBER, der in seinem privaten Urlaub, rund um die Uhr eine höchst professionelle Arbeit an jedem einzelnen Teammitglied vollbrachte.
Dem Busfahrer Josef Lenz der LA1 der LPD Oberösterreich.
Dem Landesrat für Oberösterreich, KommerzialRat Elmar Podgorschek , für die großzügige finanzielle Unterstützung der Mannschaft.
DANKE!
Wir reisten am Sonntag, 23. April um 08:00 Uhr nach Linz ab, wo wir gegen 13:30 Uhr bei der Eishalle ankamen und die individuelle Heimreise fortgesetzt wurde.
Florian Goriupp, Maximilian Grießer, Rene Tödling, Christian Lackner, Maximilian Isopp, Ivan Schaurhofer, Oliver Steinwender, Nicolas Graf (Kapitän), Anton-Tino Teppert, Nico Toff, Harald Ofner, Michael Köfeler, Helmut Plankensteiner, Philipp Gottole, Patrick Kristler, Patrick Marksteiner, Max Wimmer, Christian Pessentheiner, Michael Ober (externer Physiotherapeut), Josef Lenz(Busfahrer), Harry Pschernig (Delegationsleiter, Head Coach).