Schi Nordisch

Senza Confini  zum Saisonauftakt in Villach

Ohne Grenzen wird es zwar nicht gehen. Aber grenzenlos im Dreiländereck Villach – Tarvis – Planica trainieren hat Wert, hat Bedeutung, macht Sinn und bringt unendlich viel Kraft.

Alpenarena Villach am Fuße des Dobratsch

Die Polizeimannschaft Nordisch war 2012 auf der neu errichteten Schirolleranlage in Villach das erstes Team überhaupt, das diese Anlage benutzte. Mittlerweile sind tausende von jungen bis arrivierten, also „alten“ Sportlern auf dieser Anlage unserer damaligen Premierenwoche gefolgt und ebenfalls gleichermaßen begeistert.

Eine anspruchsvolle Strecke in einem wunderschönen Gebiet eingebettet in einem die Sonne schutzgebenden Fichtenwald. Das was heuer im Sommer Mangelware war, wird jetzt im Herbst genossen. Sonnenstrahlen aufladen, Vitamin D anhäufen um kraftvoll in den Winter zu gehen.

Die Woche wurde schwerpunktmäßig zum Training der Wettkampfhärte einerseits und zur Optimierung der Grundlagenkapazität genutzt. Deshalb begannen wir den Kurs mit einem Lauftest über 3.000 m auf der Bahn im Stadion Lind und einem Schirollertest in der Alpenarena, wo wir die  sehr häufig zu laufende Distanz von 10 Km imitierten (4 Runden a` 2,8 Km).  Für beide Tests war Vorgabe aber primär nicht das Erreichen von Bestzeiten, sondern das Optimieren von Stärken. Dies vor allem deshalb, weil weder schnelle Bahn- noch Rollerzeiten erfolgsvoraussetzende Faktoren für den Winter sind.

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Die Alpenarena Villach vom Anlauf der 90 m Schanze. Rechts daneben sind die Ausläufe der Schüler- und Jugendschanze sichtbar. Das Asphaltband ist Teil der Schirollerstrecke. Die Athleten und Langlauftrainer Michael Standmann sind am Beginn der Bergtour auf den Dobratsch. (Bild: Anton Lengauer-Stockner)

Zur Erlangung der Grundlagenausdauer ist eine Vielfältigkeit an Trainingsmöglichkeiten gegeben. Das macht den Langlauf- und Biathlonsport so interessant. Es liegt am Athleten, ob er nun das stundenlange erforderliche Kreislauftraining beim Laufen, Joggen oder Nordic Walken am Berg,  am Mountainbike oder  Rennrad, am Schiroller in der klassischen oder skating Technik absolviert. Selbst längere Schwimmeinheiten im See oder Meer tragen dazu bei und schaffen Stabilität.

Dass Regeneration ein Teil des Trainings ist und nicht, wie lange Zeit sehr viele Athleten gedacht haben, eher dem Prädikat „faule Sau“ – entschuldigen sie bitte diese unschickliche Formulierung – zugeordnet wird, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Trotzdem wird dieser wichtige Teil des Trainings nach wie vor unterschätzt. Der Körper erfährt nämlich nur in der Ruhepause die (Super)- Kompensation.

Thermenhotel Karawankenhof

In dieses Gesamtpaket gehört deshalb auch die entsprechende Unterkunft, wo Regeneration möglich ist und durch Infrastruktur unterstützt werden kann. Ich bedanke mich auf diesem Wege bei Frau Hoteldirektor Karin Kraker und ihrem Team recht herzlich für die tolle Aufnahme und Betreuung während dieser Woche. Entscheidend für die Wahl derartiger Destinationen ist das zu bietende Angebot, wenn die Witterung das planmäßige Training im Freien nicht zulässt. Daher waren das Fitnessstudio und die Schwimmmöglichkeiten in der Kärnten Therme optimale Ergänzungen.

 

Il Presidente

„Unser“ Herr Präsident des Österreichischen Polizei Sportverbandes, Brigadier Willi Liberda besuchte die Mannschaft und ermöglichte ihr einen Smalltalk, von dem die Athleten sehr angetan waren. Danke dafür nochmals recht herzlich, werter Willi.

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Berglauf in der klassischen Technik vlnr: Stefan Haindl, Martin Forstneritsch, Christian Kitzbichler, Leo Laher

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So alleine, wie es scheint, war unser Teamleader Andi Schwarz dann aber doch nicht. Vom „einsamen Wolf“, also keine Rede. (Bilder: Anton Lengauer-Stockner)

 

Senza Confini

Das Dreiländereck von Italien, Slowenien und Österreich kreierte für die Bewerbung der Winterolympiade 2006 die Bezeichnung „Senza Confini“ – also „Ohne Grenzen“. Weil sich die Italiener jedoch im eigenen Land die übermächtige Konkurrenz des (Gianni) Agnelli Clans (FIAT) aus Turin gegenübersahen, verlief sich diese Idee gleichermaßen schnell, wie sie entstanden ist.

Die Bezeichnung ist aber sinngebend für diese Region. Spätestens seit der Öffnung der Grenzen erfährt vor allem der Sportler die Vorzüge dieser Entwicklung. So sind tolle Radtouren über den Wurzenpass nach Slowenien zur nahe liegenden Sprunganlage in Planica oder aber auch über die aufgelassene Bahnstrecke nach Tarvis in Italien gerne angenommene Touren. Hinauf in das Gailtal oder in Richtung Wörthersee, wo man sich auf der Iron Man Radstrecke „probieren“ kann.

Die ehemaligen Grenzberge der EU – die Schengen Außengrenze –  ist heute wunderbare Wanderlandschaft. Gemeinsam mit Langlauftrainer Michael Standmann stehe ich am Hahnkogel, nachdem wir über die Roscizka (deutsch: Frauenalpe) und dem Rosenbachsattel aufgestiegen sind. Im Bildhintergrund ein wunderbarer Blick ins slowenische und italienische.

Mit dem Dank dafür, dass wir wiederum eine verletzungsfreie Trainingswoche absolvieren konnten verlassen wir Kärnten und nähern uns unweigerlich „unserem“ Metier – dem weißen „Gold“. Beim nächsten Kurs werden wir, sofern es die äußeren Umstände ermöglichen bereits Schneetraining am Dachsteingletscher abhalten.

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Langlauftrainer Michael Standmann und Referent Manfred Dengg am Gipfel des Hahnkogels in den Karawanken (Bild: Manfred Dengg)

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