Schießen PPS

Große Erfolge der BMI-Leistungsschützen bei der IPSC-Europameisterschaft 2019

Vom 8. – 14. September 2019 fand in Belgrad/Serbien die IPSC-Europameisterschaft 2019 statt; das landläufig als „Praktisches Pistolen Schießen“ bekannte Schießen wurde am Areal der Serbischen Polizeisondereinheit Delta, direkt idyllisch an der Donau gelegen, ausgerichtet. Der Veranstalter hatte in 24 Buchten jeweils 1 sog. „Stage“ hineingebaut und ging dabei mit dem zur Verfügung stehenden Platz fast verschwenderisch um; einzelne Buchten sind nämlich bis zu 50 Meter lang und bis zu 20 Meter breit. Ein derartiger Schießplatz wäre bei uns in Österreich wohl nur im Traum vorstellbar.

Die IPSC Austria und der Österreichische Schützenbund entsendeten 41 Sportschützinnen und Sportschützen zu der nach der Weltmeisterschaft 2. größten Veranstaltung im sog. dynamischen Schießen; fast 1200 Starterinnen und Starter aus 54 Nationen nahmen an der EM teil. Auch 7 Schützen und 1 Schützin des BMI-Leistungskaders wurden als Mitglieder des österreichischen Nationalteams nach Belgrad entsendet.

Schon während des sog. PreMatches – vor dem Hauptbewerb – an dem die Veranstalter, Sponsoren und Schiedsrichter teilnehmen, ist es möglich die Range zu betreten und die Schützen beim PreMatch zu beobachten; für die Top-Schützen ist es daher ein Muss, diese Möglichkeit zu nutzen, sind doch wertvolle Erkenntnisse über die einzelnen Matches, Abläufe udgl. zu gewinnen.

Bei der ersten Besichtigung der Stages hatte man den Eindruck, dass es sich um ein leichtes Match handeln würde; dem war dann aber nicht so. Der Stage Designer hatte den Aufbau und den Ablauf der einzelnen Parcours nämlich genau so gestaltet wie ein IPSC Match sein sollte bzw. was ein IPSC Match ausmacht. Taktisch gewählte Rhythmusunterbrechungen, viele Wechsel von IPSC Targets zu kleinen bzw. verkleinerten Stahlzielen wie IPSC Popper, IPSC Mini Popper und Plates. Geschickt platzierte Halbscheiben, mit Hardcover und No Shoot Scheiben unterlegt, machten die Stages in Verbindung mit sehr vielen kurz gehaltenen Laufstrecken und Positionswechsel zu einem sehr anspruchsvollen und dynamischen Bewerb. Wenngleich sich die Verwendung von beweglichen Zielen in Grenzen hielt, so wurden dennoch Pendelscheiben, Pendelplates und fahrende Targets eingebaut; natürlich wurde jede Art von Schießpositionen, sei es stehend, knieend, gehend, laufend, liegend oder schussschwache und schussstarke Hand, abverlangt.

Alles in allem ein sehr gelungenes, anspruchsvolles und abwechslungsreiches Stage Design, wobei das Stage Design eher schlicht gehalten wurde.

Jeder Schütze hatte 4 Halbtage zu schießen; die Mindestschussanzahl betrug 450 Schuss.

Österreichs größte Medaillenhoffnung war wieder einmal der burgenländische Polizist Gerald REITER; Gerald kam als 2-fach regierender Europameister und als Vizeweltmeister in der Division Revolver nach Serbien und von Anfang an lieferte er sich mit dem deutschen Revolverschützen Tom KRONAWITTER ein beinhartes Match; obwohl Gerald fast fehlerfrei blieb, musste er sich letztlich ganz knapp dem Deutschen mit 99,18 Prozent (nicht einmal 18 Punkte) geschlagen geben und holte sich den Vizeeuropameistertitel.

Siegerehrung Division Revolver – 2. Platz und Vizeeuropameistertitel für Gerald REITER

Sein Landsmann, Johann LANG, war erstmals bei einer IPSC-EM und ritterte bei den Senioren in der Revolver Division von Beginn an um den Sieg mit; auch Johann musste sich letztlich knapp einem Deutschen geschlagen geben und hat gleich bei seiner 1. EM eine Silbermedaille mit nach Hause genommen.

Johann LANG – Vizeeuropameister bei den Senioren in der Division REVOLVER

Im Sog der beiden BMI-Leistungsschützen zeigten auch die beiden anderen Revolverschützen des österreichischen Teams, Robert KROISS und Markus PACK, ausgezeichnete Leistungen und so konnte das österreichische Revolverteam den Europameistertitel gewinnen und unsere deutschen Freunde hier auf den 2. Platz verweisen.

Das siegreiche Revolverteam AUSTRIA mit von links Johann LANG, Gerald REITER, Robert KROISS und Markus PACK vor Deutschland und Dänemark

In der Divsion Standard stellte Reinhard HANDL einmal mehr unter Beweis, dass er in seiner Kategorie, nämlich bei den Senioren in der Division Standard einer der besten Schützen weltweit ist; der Cobra-Mann aus Linz ist regierender Vizeweltmeister und hat sich auch bei dieser EM den Vizeeuropameistertitel geholt; seine Taktik, sauber schießen, möglichst präzise und fehlerfrei zu bleiben, ging auf.

Gemeinsam mit Gottfried POST, einem Urgestein des BMI-Leistungskaders und 2 weiteren Schützen holte sich das Standardteam auch in der Mannschaft den 2. Platz, wobei Gottfried POST durch eine hartnäckige Darminfektion gehandicapt schon am Rande der Aufgabe stand.

Aber auch die anderen Schützen des Leistungskaders zeigten beachtliche Leistungen, wenngleich es nicht für das Podest reichte.

Jürgen STRANZ, seit vielen Jahren das Aushängeschild in Österreich in der Standard Division, bleib aufgrund einiger nicht ganz optimaler Abläufe etwas hinter den Erwartungen zurück, zeigte aber mit seinem 16. Rang (bei 261 Startern), dass er nach wie vor einer der besten europäischen Pistolenschützen in der Standard Division ist.

Lisi STRASSER, seit Jahren ständig bei Welt- und Europameisterschaften vertreten, konnte sich auch diesmal in der Standard Division im Spitzenfeld platzieren und belegte den 6. Platz.

Die Production Division ist wohl die am härtesten umkämpfte Division; hier stellte der wohl beste Schütze in den letzten 20 Jahren seine Ausnahmeerscheinung wieder unter Beweis und Eric GRAUFFEL holte sich überlegen den Europameistertitel; beachtenswert der 3. Platz im Overall durch eine Frau, der Russin Maria GUSHCHINA.

Seitens des Leistungskaders nahmen in der Production Division der Cobra-Mann Simon HEILIGENBRUNNER und der Trainer des Leistungskaders, Florian KENDLBACHER, teil; Simon schlug sich bei seiner 1. EM ausgezeichnet und belegte im Overall den 68. Platz (bei insgesamt 358   Startern). Florian KENDLBACHER trat in der Seniorenklasse an und konnte sich im Mittelfeld platzieren.

 

Insgesamt zeigten die Kaderschützen auch bei dieser Europameisterschaft wieder einmal, dass sie nicht nur in Österreich, sondern auch international ganz vorne mitmischen; einige der Topschützen sind Profisportler, die ausschließlich vom Schießsport leben und natürlich andere Trainingsmöglichkeiten als die „Hobby-Schützen“ haben.

Medaillengewinner BMI-Leistungskader von links: Gottfried POST, Johann LANG, Reinhard HANDL und Gerald REITER

Als Fachreferent möchte ich daher allen Teilnehmern der EM gratulieren und mich bei dieser Gelegenheit auch beim Dienstgeber für die Unterstützung recht herzlich bedanken; ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich, international so ausgezeichnete Leistungen zu erbringen. Wir freuen uns jetzt schon auf die kommenden Großereignisse, die IPSC Weltmeisterschaft 2020 in Thailand und die nächste IPSC-Europameisterschaft 2022 in Griechenland.

 

Der Fachreferent Paul PIRCHNER

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