Volleyball

Quali leider verpasst

Seit Bestehen des Fachreferat Volleyball war es von 2013 weg in 4 Anläufen, 2x Damen, 2x Herren, jeweils gelungen sich für die Endrunden der von der USPE ausgeschriebenen EPM zu qualifizieren.

Diesmal war dem leider nicht so. Dennoch war es kein Scheitern, sondern sehen wir es für unsere sehr junge Mannschaft als Lernprozess.

stehend von li: Coach Schmerli, Sabrina, Claudia, Chantal, Resi, Chianti, Kathi, Assistent-Coach Birgit
kniend von li: July, Toyota, Lisa, Melli, Vicky, Haasi, Foto: HP Rappelsberger

Aber der Reihe nach. Nach dem Sichtungstraining im November und noch einigen Überlegungen gab es schlussendlich eine auch aufgrund des Regulativs notwendige Entscheidung zu Gunsten von 12 Spielerinnen, welche den Kader für die Qualifikation bilden sollten.

In der Folge wurde eine kurze, intensive Vorbereitung von 7.-9.1.2019 inkl. zweier Trainingsspiele im JUFA Bleiburg, Heimstätte des österreichischen Herrenmeister Aich/Dob geplant. Leider konnten daran, aus dienstlichen Gründen und krankheitsbedingt, nicht alle Spielerinnen teilnehmen. Somit ergab es sich, dass das Team erst am Abend des 9.1. komplett war und als Vorbereitung nur ein einziges Spiel in den Beinen hatte.

JUFA Arena Bleiburg, Foto: HP Rappelsberger

Trotz dieser suboptimalen Vorbereitung fuhren wir am Donnerstag den 10.1. optimistisch nach Mailand/Italien, wo wir uns im Zuge der Qualifikation mit Gastgeber Italien und Griechenland messen sollten.

Die Anreise verlief nicht ganz unproblematisch nachdem ca auf halbem Wege die Kupplung eines der uns zur Verfügung stehenden dienstlichen KT heftige Rauch- und Geruchszeichen von sich gab und wir nicht ganz sicher waren, ob wir damit wirklich heil ankommen würden. Schlussendlich ging alles gut und wir waren kurz nach 15.00 Uhr in unserem Quartier dem Hotel Monica Fiera im herben Industriecharme versprühenden Vorort Pregnana Milano.

Es wurden noch schnell die Zimmer bezogen und schon ging es weiter zur Wettkampfhalle, welche ca 10 min Fahrzeit entfernt lag. Das anschließende einstündige Training diente zur Gewöhnung an die Halle und verlief bis auf den Umstand, dass nicht genügend Wettkampfbälle vorhanden waren, problemlos. Der Grund dafür war schnell klar, Veranstalter Italien hätte lieber mit den von ihnen bevorzugten Molten Bällen gespielt, von denen natürlich genug vorhanden waren. Dies wurde von uns unter Hinweis auf das USPE Regulativ abgelehnt und wir holten einfach unsere eigenen offiziellen Mikasa Bälle aus dem Auto.

So sehen offizielle Matchbälle aus, Foto: HP Rappelsberger

Wieder im Hotel wurden wir Augenzeugen der Ankunft der griechischen Mannschaft, welche ebenfalls noch ein Training in der Halle absolvierte, ehe es um 20.30 Uhr endlich Abendessen für alle Mannschaften gab. Typisch italienisch wurde die Mahlzeit und das sollte auch in den nächsten Tagen so bleiben zelebriert, sodass unsere Spielerinnen vom Tisch weg direkt ins Bett fielen.

Für uns Betreuer galt es noch das Technical Meeting zu absolvieren, ehe auch wir ins Reich der Träume abtreten durften.

Eröffnungszeremonie, Foto: HP Rappelsberger

Tags darauf ging´s dann zur Sache. Nach einer kurzen Eröffnungszeremonie begann das Aufwärmen für unser erstes Match, Gegner Italien. Ein Team das für uns völliges Neuland war und wir daher bis zum Anpfiff, welcher unmittelbar auf das Abspielen der Hymnen erfolgte, nur Mutmaßungen über deren Spielstärke anstellen hatten können. Jedoch war schon nach wenigen Ballwechseln klar, routiniert, aber eigentlich sollten wir sie schlagen, wäre da nicht noch eine Schwierigkeit. Die erste Schiedsrichterin schaffte es immer wieder durch einseitige Betrachtungsweise,  eine gewisse Unsicherheit in unserem Team am Köcheln zu halten. Dennoch konnten wir Satz 1 mit 26:24 für uns entscheiden. Und allen Widrigkeiten zum Trotz hatten wir uns Mitte des 2. Satzes sogar einen 3 Punkte Vorsprung erarbeitet. Und dann plötzlich ein unerklärlicher Einbruch. Italien kam nicht nur wieder heran, sondern konnte sich sukzessive mit bis zu 7 Punkten Vorsprung absetzen. Zwar kamen wir nochmal auf, aber der Satz war mit 21:25 verloren. Nicht ganz so krass, aber ähnlich Satz 3, 22:25. Ganz anders dann der 4.Satz die Mädels spielten ihre Gegnerinnen teilweise schwindlig und führten konstant mit einem deutlichen Vorsprung, gegen Ende sogar mit 24:19 und dennoch gelang es nicht einen von 5 Satzbällen zu verwerten, vielmehr ging der Satz und somit auch das Match verloren, 24:26, 1:3. Bitter wenn man den Spielverlauf betrachtet. Analytisch gesehen wird die Sache verständlicher, eine sehr junge Truppe, die in dieser Konstellation vorher lediglich ein Vorbereitungsspiel absolvieren konnte und dann geht´s gleichmal mit Bundeshymne und einer nicht wegzuleugnenden Anspannung los.

Aufstellung zur Bundeshymne, Foto: HP Rappelsberger

Nach dieser ernüchternden Erfahrung ging es rasch zurück ins Hotel, Mittagessen und regenerative Erholung, denn für 18.00 Uhr stand Spiel 2, Gegner Griechenland am Plan.

Sichtblock bei eigenem Service, Foto: HP Rappelsberger
Annahmeposition mit einlaufender Aufspielerin bei Service Gegner, Foto: HP Rappelsberger

Hier war die Sachlage vor Spielbeginn etwas klarer, die Griechinnnen waren großteils schlanke großgewachsene Mädels, die schon beim Einspielen einiges an volleyballerischem Talent erkennen ließen. Aber gemäß dem Motto geschenkt gibt´s nichts, spielte unser Team mit vollem Einsatz und konnte so die ersten beiden Sätze sogar lange offen gestalten, ehe uns jeweils in der Schlussphase die Luft ausging und es 2x 17:25 endete. Lediglich im 3.Satz waren wir auch aufgrund schwindender Kräfte chancenlos. Das Lob der Gegner und des USPE Delegierten, weil die Mannschaft nie aufgegeben hat, waren danach ein wenig Balsam auf die Wunden, jedoch wirklich erfreulich war die Sichtweise des eigenen Teams, welches es positiv sah, einmal gegen eine Mannschaft dieser Spielstärke gespielt zu haben.

geballte soziale Kompetenz, Foto: HP Rappelsberger

Abends an der Hotelbar zeigte sich dann im gemütlichen Rahmen, dass sich hier eine sehr junge charakterlich einwandfreie Truppe gefunden hat, auf die man als Verantwortlicher auch trotz des noch nicht eingetretenen sportlichen Erfolgs stolz sein muss. Für die Zukunft heißt es jetzt bis zur nächsten EPM in 4 Jahren Ziele zu definieren, welche eine Weiterentwicklung ermöglichen.

Im abschließenden Spiel zwischen Italien und Griechenland, gab es dann noch ein Gastgeschenk der Hellenen. Durch den anfänglichen Einsatz der „B-Garnitur“ endete das Spiel aus Sicht der Gastgeber nur 1:3 (21:25/25:22/7:25/12:25) und nährte somit die Chance als einer der besten Gruppenzweiten auch bei der Endrunde dabei zu sein.

Einen schönen Abschluss bildete dann am Nachmittag die allgemeine Besichtigung des Mailänder „Duomo“, von dessen Dach aus wir einen phantastischen Blick über die Stadt genießen konnten. Ein wenig Shopping und das abschließende Sozial-Dinner beendeten unseren Italien-Trip.

Sonntags ging es dann aus dem sonnigen und mit deutlichen Plusgeraden angenehmen Mailand zurück in den österreichischen Winter.

                                                                                                Der Fachreferent

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