Radsport

Christina PERCHTOLD gewinnt Bronze bei der EPM

Riesenerfolg für die schnelle Polizistin aus Kärnten. Christina PERCHTOLD, vom belgischen Profiteam Healthmate Cyclelive,  gewinnt bei den 8.USPE Police Championships Cycling im flämischen Herentals/Belgien die Bronzemedaille. Die 25 jährige Teamleaderin des BMI Radkader erfüllt alle Erwartungen und sorgt dafür, dass das Radnationalteam der Polizei Österreich auch dieses Jahr, trotz stärkster internationaler Konkurrenz, mit einer Medaille die Heimreise antreten kann.

Christina PERCHTOLD als Dritte am Podest des EPM Straßenrennens neben der deutschen Siegerin Lisa BRÖMMEL und der zweitplatzierten Deutschen Lisa KÜLLMER

Nach dieser Topmeldung nun der chronologische Bericht der Ereignisse.

Nach einer Absage im Jahr 2016, verursacht durch brutale Terrorattacken in Belgien und Frankreich, konnte vom 06. – 10. September 2018 die 8. USPE Polizeieuropameisterschaft in Belgien nachgeholt werden. Die Polizeikollegen aus dem Beneluxstaat unternahmen alles um ihren Kollegen und Freunden aus 19 Nationen ein optimales und sicheres Umfeld für diese Radeuropameisterschaft zu garantieren. Wenn man den personellen Aufwand der flämischen Polizei betrachtete war klar, dass dies vor zwei Jahren, bei der damals prekären Bedrohung, nicht möglich gewesen wäre.

Der Veranstaltungsort in Flandern, die Provinz Neteland mit der Hauptstadt Herentals, ist eines der Zentren des europäischen Radsports. Die Begeisterung ist überall zu spüren und auch die Professionalität in der Rennabwicklung zeugt von größter Kompetenz. Die belgischen Kollegen organisierten in diesem Umfeld für Radsportler aus 19 Nationen eine Europameisterschaft, die keine Wünsche offen ließ. Die Rennen, auf schnellen, teilweise engen Kursen, waren perfekt organisiert und insbesondere vorbildlich und lückenlos abgesichert. Das Veranstaltungszentrum rund um das Sporthotel und die anschließende Multisporthalle lagen zentral und somit waren alle Teilnehmer bei Vorbereitung, Rennen, Verpflegung und Abendgestaltung stets direkt am Ort des Events. Das führte dazu, dass richtig gute Stimmung unter den Athleten und Betreuern aufkam und die sportlichen Wettkämpfe, begleitet von einem äußerst freundschaftlichen Miteinander, auf höchstem Niveau stattfanden.

Mit 4 Dienst-KT aus ganz Österreich reiste der BMI Radkader unter der Delegationsleitung von ChefInsp Erwin MAIR, der den dienstlich unabkömmlichen Generalmajor Andreas PILSL vertrat, an. 2 Damen und 6 Herren betreut vom Delegationsleiter, dem Trainer Josef STADLBAUER, dem Fachwart Stellvertreter Herbert BAUMANN und dem Rennbetreuer und Masseur Rudi OBERMÜLLER bildeten das Team Austria.

Am ersten Tag standen die Besichtigung der Strecken und die Gewöhnung an die belgischen Verhältnisse mit engen, verwinkelten flachen Straßen und schwierigen Windverhältnissen am Programm. Die Athleten des BMI Radkader nutzten die Gelegenheit um sich möglichst viele  dieser  unübersichtlichen Streckenabschnitte des Zeitfahr- und des Straßenkurses einzuprägen. Danach gab es für alle noch eine leichte Aktivierungsmassage, ein gemeinsames Abendessen und letzte Fachsimpeleien. Die mögliche Stärke der anderen Athleten im Vergleich zur eigenen Physis war natürlich eines der meistdiskutierten Themen.

Am Samstag den 08.09 begannen dann die Damen um 09:00 Uhr den Zeitfahrbewerb. Die Salzburger Polizistin Alisa van OIJEN machte den Anfang und fuhr auf der 21,3 km langen Strecke mit der Zeit von 32:37 auf den 18.Rang.

Alisa van OIJEN am Start beim Zeitfahren

Alisa war damit nicht ganz zufrieden und brannte schon darauf, am nächsten Tag beim Straßenrennen, ein besseres Ergebnis zu liefern. Christina PERCHTOLD hatte danach bei ihrer Fahrt Pech. Bereits nach 5 Km hatte sie Defekt. Sie musste von der Zeitfahrmaschine auf das Straßenrad wechseln und war dadurch leider chancenlos. Sie belegte mit 33:58 den 23.Rang. Den Sieg holte Corinna LECHNER vom bärenstarken deutschen Damenteam mit der famosen Zeit von 28:59 und einem Schnitt von 44,93 Km.

Alisa van OIJEN – UNION RT Pielachtal
Platz 5 Straßenrennen und Platz 18 Einzelzeitfahren

Die Herren wollten sich danach besser platzieren und gingen motiviert in das Rennen. Leider hatte auch gleich der erste Fahrer, der Tiroler Thomas NAGILLER, Defekt und musste seine Chancen frühzeitig begraben. Danach fuhren der Wiener Polizist Christoph MICK und der NÖ Polizeiradsportler Martin HAIDER mit 28:23 und 28:24 ein sehr zufriedenstellendes Rennen. Nachdem Michael GABRIEL mit 28:49 und Thomas MAIR mit 29:00 nicht in der Lage waren vordere Plätze zu erreichen lag die letzte Hoffnung bei unserem Evergreen Peter PICHLER. Dieser zeigte eine sehr solide Vorstellung und konnte mit 27:48 und Platz 9 ein Top Ten Ergebnis für den BMI Radkader realisieren. Das Rennen gewann der deutsche UCI „Profi“ Joshua HUPPERTZ mit der unglaublichen Zeit von 25:50 und dem sagenhaften Schnitt von 51,06 !!! Der BMI Radkader musste leider feststellen, dass in der Disziplin Zeitfahren zur Zeit der Abstand zur Spitze erheblich ist. Hier wird in Zukunft einiges an Spezialtraining und Engagement notwendig sein um wieder Anschluss nach ganz vorne zu finden.

Am Sonntag standen dann die mit Spannung erwarteten Straßenrennen am Programm. Die Damen begannen am Vormittag mit 5 Runden zu je 17 Km auf dem schnellen, technisch schwierigen Rundkurs. Das deutsche Damenteam dominierte das Rennen mit teilweise 5 Fahrerinnen und es war nur unsere Christina PERCHTOLD, die den abwechselnden Attacken kontern konnte. Immer wieder führte Christina die wenigen verbliebenen Gegnerinnen der Deutschen nach deren Attacken an die Spitze heran. Sie ließ sich nicht abschütteln und fuhr ständig im vordersten Bereich der Spitze. Auch Alisa van OIJEN war stets achtsam, kämpfte famos und lauerte auf ihre Chance. In der letzten Runde ließen die Deutschen dann Lisa BRÖMMEL geschickt dem Feld enteilen, vereitelten jede Nachführarbeit, und somit war der Europameistertitel vergeben. Durch diese Taktik kam das erste Verfolgerfeld noch einmal zur Spitze und es kam zu einem Sprint von ca. 15 Athletinnen um Silber und Bronze. Dabei zeigte Christina PERCHTOLD was sie zu leisten im Stande ist und sprintete souverän zur Bronzemedaille. Alisa van OIJEN erreichte mit Platz 5 ein Traumergebnis und sorgte somit insgesamt für eine Topresultat der Österreichischen Damen. Der gesamte Radkader gratuliert herzlichst den Beiden und ist stolz auf ihre „Mädels“.

Der zufriedene Trainer Josef STADLBAUER mit Alisa van OIJEN (links Platz 5) und Christina PERCHTOLD (Bronze)

Am Nachmittag wollten dann auch die Männer um eine Medaille mitkämpfen. 6 Runden mit insgesamt 103 Km standen am Programm. Gleich die erste Runde mit einem Schnitt von fast 48 Km/h zeigte, dass es schwierig wird ganz vorne entscheidend mitzumischen. Erneut dominierten die starken Deutschen. Die Schweizer und Franzosen zeigten sich ebenfalls bestens disponiert und es entwickelte sich ein rasantes Rennen. Bis zur 5 Runde gab es ein Ausscheidungsrennen und die Spitze blieb stets kompakt. Alle 6 Österreicher waren bis dahin gut positioniert. In der 5.Runde kam es dann zu einer Attacke mit dem deutschen Topfavorit HUPPERTZ, zwei Holländern, zwei Franzosen, einemSchweizer und einem Slowenen.   Leider war in dieser entscheidenden Rennphase kein Österreichischer Kadersportler in der Lage bzw. Position um in diese Spitzengruppe zu gelangen. Christoph MICK war dabei am knappsten dran, konnte den Anschluss jedoch um Haaresbreite nicht herstellen. Der Abstand der Führenden zum Verfolgerfeld mit allen Österreichern betrug danach stets zwischen 20 und 35 Sekunden. In dieser Verfolgung unternahmen dann die Österreicher, nur unterstützt von den Belgiern,  alles um noch einmal zur Spitze vorfahren zu können. 300 Meter vor dem Ziel konnte dann tatsächlich noch einmal der Anschluss gefunden werden, doch der Sprint der Spitzengruppe war schon eröffnet. Dadurch erreichten die  Spitzenfahrer hauchdünn vor dem heranbrausenden Feld mit den Österreichern die Ziellinie.  Joshua HUPPERTZ aus Deutschland kürte sich mit einer famosen Vorstellung zum Doppeleuropameister. Der Schweizer David AMSLER wurde vor dem Slowenen Mario SAJKO Zweiter. Oldboy Peter PICHLER sprintete noch auf Rang 8. Er war damit auch im Straßenrennen der bestplatzierte Österreicher.

Die beiden besten Österreicher Christina PERCHTOLD neben dem, bei der EPM, leider diensltich verhinderten, Delegationsleiter und Landespolizeidirektor Andreas PILSL und Peter PICHLER neben dem Trainer Josef STADLBAUER

Das sportliche Fazit dieser EM ist somit im Damenbereich, bis auf das noch zu weckende Potential im Zeitfahren, sehr, sehr positiv. Christina PERCHTOLD hat mit ihrer Medaille unser Bilanz „gerettet“ und Alisa van OIJEN hat sich, nach einer bisher sehr schwierigen Saison mit langer Krankheit, großartig präsentiert.

Bei den Herren wird der Fokus in den nächsten Jahren deutlich auf eine Verjüngung des Kaders gerichtet sein. Alle Verantwortlichen sind auch deshalb guter Hoffnung, dass es in den nächsten Jahren gelingt, beim Zeitfahren zur Spitze aufzurücken und im Straßenrennen wieder um die Medaillen mitzukämpfen.

Die EPM in Belgien war eine äußerst gelungene Veranstaltung, die mit einer Abschlussgala mit BBQ und Tanzparty, endete. Dabei wurde sehr deutlich wie gut sich die Wettkämpfer untereinander verstehen und respektieren. So manches Gespräch oder Tänzchen endete erst weit nach Mitternacht.

Das Team vor der Abschlussfeier: Fachwart Erwin MAIR, Thomas NAGILLER, Alisa van OIJEN, Michael GABRIEL, Peter PICHLER, Christina PERCHTOLD, Christoph MICK, Thomas MAIR, Trainer Josef STADLBAUER und Fachwart Stv. Herbert BAUMANN

Im Zuge dieser Gala wurde Peter PICHLER vom USPE Generalsekretär Fred KUSSEROV quasi als „living legend“ geehrt. Peter erhielt die Ehrentrophäe der USPE, für 2 Polizeieuropameistertitel, etlichen Medaillen und der durchgehenden Teilnahme seit 1996. Peter kann darauf stolz sein und alle Gäste freuten sich mit ihm und gratulierten zu diesen herausragenden Leistungen.

Fred KUSSEROV (links), USPE Generalsekretär, ehrt bei der Abschlussgala den BMI Radkadersportler Peter PICHLER (rechts), der neben Luc SMEYERS, dem Chief Comissioner der Politie Neteland steht

Unsere Athleten und die Kaderführung wurden durch die Veranstaltung in Belgien bestärkt, dass alles unternommen werden muss, um bei der bereits in zwei Jahren folgende EPM in der Schweiz, eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten zu können.

Nicht unerwähnt sollen auch die Unterstützer unseres Teams die Firmen LÖFFLER, KORNSPITZ, ÖBV und ENERVIT ÖSTERREICH bleiben. Ihnen gilt, genauso wie unserem Dienstgeber dem BMI, unser herzlichsterer Dank.

Der gesamte BMI Radkader mit seinem Funktionärstrio sowie seinen Unterstützern bei der Übergabe der Raddressen für die EPM. Vordere Reihe von links:Prokurist Reinhard HETZENEDER-Firma LÖFFLER, Manfred STEINBERGER Direktor der ÖBV, Hans STRUTZENBERGER – ENERVIT Österreich, der Vertreter des BMI, Landespolizeidriektor Andreas PILSL BAMA und der Chef der Firma BACKALDRIN Peter AUGENDOPLER (rechts außen). DANKE für die großzügige  Unterstützung.

Ergebnisse Zeitfahren:

1 LECHNER Corinna Germany 28:59
2 BECKER Charlotte Germany 29:38
3 POWELL Elizabeth United Kingdom 29:59
18 VAN OIJEN Alisa Austria 32:47
23 PERCHTOLD Christina Austria 33:58
1 HUPPERTZ Joshua Germany 25:50
2 SCHWEIZER Christoph Germany 26:49
3 LUCKOCK John United Kingdom 27:04
9 PICHLER Peter Austria 27:38
23 MICK Christoph Austria 28:23
24 HAIDER Martin Austria 28:24
35 GABRIEL Michael Austria 28:49
43 MAIR Thomas Austria 29:00
61 NAGILLER Thomas Austria 29:48

Ergebnisse Straßenrennen:

1 BRÖMMEL Lisa Germany 2:15:38
2 KÜLLMER Lisa Germany gl. Zeit
3 PERCHTOLD Christina United Kingdom gl. Zeit
5 VAN OIJEN Alisa Austria gl. Zeit
1 HUPPERTZ Joshua Germany 2:19:23
2 AMSLER David Suisse gl. Zeit
3 SAJKO Mario Slovenia gl. Zeit
8 PICHLER Peter Austria gl. Zeit
19 MAIR Thomas Austria gl. Zeit
42 NAGILLER Thomas Austria gl. Zeit
48 MICK Christoph Austria gl. Zeit
55 GABRIEL Michale Austria gl. Zeit
62 HAIDER Martin Austria gl. Zeit

Herbert BAUMANN

Fachwart Stellvertreter

Fotos: Bruno Guttmann, LPD OÖ; Herbert Baumann; Lena Thalhammer, Ma
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