Radsport

Freud und Leid für den Radkader bei den BPM 2017

Wie knapp dies beieinander liegt wurde bei den heurigen Bundesmeisterschaften für die Radsportler Des ÖPOLSV Radkader in Schwaz/Tirol deutlich. Der eine, Martin HAIDER, landete mit einer spektakulären Soloflucht mit unglaublicher Moral alleine gegen Alle und den starken Gegenwind am obersten Treppchen, der andere, Peter PICHLER nach einem bösen Sturz bei einer schnellen Abfahrt mit einem Schlüsselbeinbruch im Spittal.

Peter PICHLER ÖPOLSV Radkader gute Besserung Pixn

Peter PICHLER
ÖPOLSV Radkader
gute Besserung Pixn

Aber der Reihe nach: Beim Straßenrennen war beinahe der gesamte Kader am Start und vor allem die Tiroler wollten den Heimsieg. Die Strecke war dementsprechend von den Veranstaltern sehr anspruchsvoll und schwierig gewählt worden. Im letzten Renndrittel war ein Doppelanstieg nach Brandenberg mit engen schnellen Abfahrten zu bewältigen. Insgesamt stellten sich den Teilnehmern auf den 102 Km fast 1500 Höhenmeter in den Weg.

Haider start

Gleich nach dem Start attackierte Martin HAIDER und fuhr dem bummelnden Feld, kuze Zeit gemeinsam mit einem Fluchtgefährten, danach alleine davon. Nach den ersten zwei Dritteln des Rennens hatte er dann fast 7 Minuten Vorsprung und im Feld begannen sich die Favoriten zu positionieren. Vor dem Schlüsselanstieg nach Brandenberg setzte Peter PICHLER eine Attacke und konnte sich etwas absetzen. Die Tiroler konterten mit Michael MAYER ihrem Topfavoriten, auf dessen Hinterrad einzig Christoph MICK auf dem Doppelanstieg nach Brandenberg mithalten konnte. Sie überholten kurz vor der Kuppe Peter PICHLER und stürzten sich in die technisch schwierige Abfahrt. Auf dem höchsten Punkt hatte PICHLER ca. 10 Sekunden Rückstand, die er nun versuchte in der Abfahrt zu egalisieren. Dabei kam es bei einer Bodenunebenheit zu einem fatalen Sturz. „Pixn“ stürzte bei hoher Geschwindigkeit und blieb vorerst regungslos im Straßengraben liegen. Eine Rettung, ein Streckenabsicherungsposten und mit Teamkollege Thomas MIAR, der ebenfalls beim Gestürzten anhielt, kamen rasch die ersten Helfer . Peter hatte einen Schlüsselbeinbruch und heftigste Prellungen und Schürfwunden am ganzen Körper erlitten und wurde ins Spital gebracht. An der Spitze kämpfte Martin HAIDER weiter. Er hatte nach dem Anstieg noch 5 Minuten Vorsprung, den er auf den letzten 20 Kilometern bei heftigstem Gegenwind gegen den bärenstarken Michael MAYER, der seinerseits Christoph MICK abgeschüttelt hatte, verteidigen musste. Von der langen Solofahrt geschwächt bot Martin eine sensationelle Leistung und brachte einen Vorsprung von einer Minute ins Ziel. Er verblüffte damit alle und gewann verdient das Rennen. Chapeau Martin – wir gratulieren herzlich. Hinter HAIDER belegte Michael MAYER und Marc OBKIRCHER (beide Tirol) die Plätze 2 und 3.

Martin HAIDER am Ziel seiner Träume. Links Marc Obkircher (3.) und rechts Michael MAYER (2.) Ganz rechts der Präsident des ÖPOLSV Brigadier Willi LIBERDA

Martin HAIDER am Ziel seiner Träume. Links Marc Obkircher (3.) und rechts Michael MAYER (2.) Ganz rechts der Präsident des ÖPOLSV Brigadier Willi LIBERDA

Hier ein paar Sätze aus den euphorischen Schilderungen des Siegers:

„Ich hatte von Beginn an gute Beine und attackierte kurz nach der neutralisierten Phase des Rennens. ….. Mein Fluchtbegleiter TATZREITER und ich arbeiteten zu Beginn gut zusammen und versuchten das Tempo hoch zu halten…… Als mein Mitstreiter leider sehr bald zurückfiel wusste ich dass ich von nun an auf mich alleine gestellt war……. Als ich dann in den Anstieg in Gramsach hineinfuhr, teilte mir ein Kollege mit, dass ich bereits etwa sieben Minuten Vorsprung hatte. (Km 60) Da dachte ich mir zum ersten Mal, dass ich es bis ins Ziel schaffen könnte. Ich fuhr also die beiden Anstiege und die Abfahrten voll am Limit und hatte danach noch immer fünf Minuten Vorsprung. (Km 75) …… Erschwerend kam zu der beginnenden Erschöpfung noch dazu, dass ich nun auch noch starken Gegenwind hatte. Die letzten 20 km waren echt die härtesten, die ich bis dahin gefahren bin. …..Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel teilte mir ein Kollege auf einem Begleitmotorad mit, dass ich noch etwa 3km Vorsprung hätte. Ich versuchte dann nochmal alle Kräfte zu mobilisieren, um ja nicht mehr eingeholt zu werden. Dies war jedoch nicht mehr so leicht, da ich zu diesem Zeitpunkt schon etwas Krämpfe in den Unterschenkeln hatte. Daher wurde der Vorsprung auch eklatant weniger. Fünf Kilometer vor dem Ziel hatte ich noch etwa 1500 Meter Vorsprung auf den Zweiten so dass ich wusste, dass ich das Rennen gewinnen würde….. Das war mein bisher größter Erfolg. Ich bin total glücklich dass mein Risiko belohnt wurde.“

Der ÖPOLSV Radkader dominierte dieses Rennen. Michael MAYER zeigte mit einer Topleistung erneut , dass er dazu gehört.

Der Trainer Josef STADLBAUER gewann mit einem glänzenden 7.Gessamtrang überlegen den Titel der AK5 – kaum zu glauben, dass Sepp mit Ende der Saison dem Leistungssport Adieu sagen wird.

Josef STADLBAUER -BPM Sieger AK 5

Josef STADLBAUER -BPM Sieger AK 5

Im MTB Bewerb zeigten die Tiroler wo ihre ganz großen Stärken liegen. Michael MAYER war auf den Loas Berg nicht zu schlagen und gewann mit einer Super Zeit und Rekordvorsprung den Titel.

Michael MAYER jubelt zu Recht

Michael MAYER jubelt zu Recht

Thomas NAGILLER belegte trotz Reifendefekt, er fuhr die letzten2,5 Km auf der Felge, den 3.Platz

Thomas NAGILLER - BPM Bergrennen mit Hinterraddefekt unterwegs

Thomas NAGILLER – BPM Bergrennen mit Hinterraddefekt unterwegs

 

Herbert BAUMANN

Fachwart-Stv. Radsport

 

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