Schießen Sport

16. EPM im Schießen

KS10Die USPE-EPM fand von 17. bis 22. Juli 2017 in Kasan / Russland statt. Thomas Havlicek, LPD Wien gewann im Bewerb 25 m Schnellfeuerpistole die Bronzemedaille. Im Bewerb 50 m Pistole erreichte Rene Wankmüller, LPD Steiermark das Finale und Silke Kohlweg, LPD Wien stand dem nichts nach. Sie war mit dem Luftgewehr ebenfalls im Finale der besten acht Schützen vertreten. Insgesamt 14 Nationen von „A“ wie Austria bis „Z“ wie Zypern nahmen an der EPM teil.

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Kasan, um 1177 gegründet – der Wortbedeutung nach „Kessel“ – liegt an der Wolga und ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan. Ca. 800 km östlich von Moskau, ist sie mit ihren rund 1.150.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt Russlands. Eine Sehenswürdigkeit ist der Kasaner  Kreml, der unter andrem mit, der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale, dem Sujumbike-Turm und der Kul-Sharif-Moschee zu Recht in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Mariä-Verkündigungs-Kathedrale; Der 58 m hohe Sujumbike-Turm ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt. Er zählt mit seinen sieben Stockwerken und einer Abweichung von 1,98 m zu den „schiefen Türmen“; Die Kul-Scharif-Moschee ist die zweitgrößte Moschee Russlands;

Mariä-Verkündigungs-Kathedrale;
der 58 m hohe Sujumbike-Turm ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt. Er zählt mit seinen sieben Stockwerken und einer Abweichung von 1,98 m zu den „schiefen Türmen“;
die Kul-Scharif-Moschee ist die zweitgrößte Moschee Russlands;

sportliches Kasan - modern zeitgemäß und traditionell 'russisch'

sportliches Kasan – modern zeitgemäß und traditionell ‚russisch‘

 

... unser Team bei der Eröffnung der EPM

… unser Team bei der Eröffnung der EPM

Die Reise nach Russland begann mit großen Problemen bereits am Flughafen Wien-Schwechat. Die Ausreise bzw. Abfertigung der Sportwaffen wurde uns von österreichischen Zollbeamten nach Rückfrage mit dem Teamleiter unter Berufung auf das Waffenembargo gegen Russland und dem Fehlen einer angeblich dafür benötigen Ausfuhrbewilligung des BM. WFW verweigert.

stehend v.l.n.r.: Tatiana, unsere Teambetreuerin vom Veranstalter, Thomas Havlicek, Siegfried Reischl, Dietmar Keutschegger, Silke Kohlweg; vorne v.l.n.r.: Rene Wankmüller rund Wolfgang Schator

stehend v.l.n.r.: Tatiana, unsere Teambetreuerin vom Veranstalter, Thomas Havlicek, Siegfried Reischl, Dietmar Keutschegger, Silke Kohlweg; vorne v.l.n.r.: Rene Wankmüller und Wolfgang Schator;

Bei den Sportgeräten handelt es sich dezidiert um keine militärischen Waffen. Deshalb fallen sie auch nicht unter die Gemeinsame Militärgüterliste der Europäischen Union (Beschluss zum gemeinsamen Standpunkt 2008/944/GASP).

Für die Abklärung der weiteren Vorgangsweise wurde deshalb mit Obstlt Hohl, BPK Voitsberg, Kontakt aufgenommen und dieser teilte mit, dass MinRat Takats die Weiterreise nach Kazan sanktioniert hätte. Waffen und Munition sollten auf der PI Flughafen zwischengelagert und am Montag nach Moskau geschickt werden.

In Moskau ergab sich das nächste Problem, dass vorerst ein Weiterreisen ohne Waffen nicht möglich war, weil ein unbegleiteter Waffentransfer auf russischem Territorium nicht möglich ist. Nach langen Verhandlungen und mit Unterstützung des russischen Verbindungsoffiziers Evgeni Masthaler wurde das Zugeständnis erreicht, das ein Teammitglied die Waffen übernehmen und deklarieren könne. Das Team konnte somit weiterreisen, was auch notwendig war, weil ansonsten sämtliche Tickets und Übergepäcksbuchung verfallen wären.

Für uns begann die EPM am Dienstag um 10:00 Uhr mit dem Bewerb 50 m Pistole. Es stand fest, dass wir die Waffe dafür rechtzeitig erhalten würden, aber wir standen vor dem Problem, keine Munition zu haben. Wir hatten die Zusage vom Veranstalter,  um 10:00 Uhr Munition zur Verfügung gestellt zu bekommen. Rene sagte zu mir: „Um 09:45 Uhr beginnt die Vorbereitungszeit und das Probeschießen. Könntest du mir 10 bis 15 Patronen besorgen, dass ich vor dem Wettkampf zumindest ein paar Probeschüsse machen kann.“  Vom Schweizer Team bekam ich eine angefangene Schachtel  Munition – zumindest die Probeschüsse waren gesichert. Auch die Wettkampfmunition traf rechtzeitig ein. Angesichts dieser Umstände war die Leistung von Rene mit 529 Ringen und der sechste Platz in der Qualifikation mehr als beachtlich. Im Finale konnte Rene dann seine Platzierung halten und erreichte im Endklassement den sechsten Gesamtrang. „Gesetztes Ziel erreicht, ich bin  zufrieden. Die russische Biathlon-Munition hat außergewöhnlich gut funktioniert“, so Rene.

Die Vorstellung der Finalisten im Bewerb 50 m Pistole: Rene Wankmüller (links) und der spätere Sieger, Frank Dumolin aus Frankreich (Olympiasieger von Sydney 2000 mit der Luftpistole)

Die Vorstellung der Finalisten im Bewerb 50 m Pistole: Rene Wankmüller (links) und der spätere Sieger, Franck Dumoulin aus Frankreich (Olympiasieger von Sydney 2000 mit der Luftpistole)

 

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Am nächsten Tag brachte auch Silke ihre Leistung und zog mit dem Luftgewehr und erreichten 400,8 Ringen als siebente ins Finale ein. Im Endklassement verbesserte sie sich um einen Platz und belegte den sechsten Gesamtrang. Silke kommentiert dies so: „Ich kann zufrieden sein. Ich habe mich im Finale um einen Rang verbessert!“

Silke (links) beim Finale und die spätere Siegerin, Laura Georgeta ILIE aus Rumänien

Silke (rechts) im Finale LG mit der späteren Siegerin, Laura Georgeta ILIE aus Rumänien

 

Da verschiedene Bewerbe bereits abgeschossen waren und der eine oder andere Schütze noch etwas Reservemunition übrig hatte, bekamen wir so nach und nach die nötige Munition fürs Schnellfeuerschießen zusammen. Restbestände von Italien, Norwegen, dann nochmals etwas von Italien und immer genau das Fabrikat mit dem Tom auch trainiert hatte. Glück im Unglück gehabt!

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Donnerstag, 20. Juli 2017: Das erste Halbprogramm mit der SFP beendete Tom als Gesamtdritter und erreichten 274 Ringen. Eine Steigerung im zweiten Halbprogramm auf 279 Ringe sicherte ihm den zweiten Gesamtrang in der Quali mit 553 Gesamtringen. Qualifikation geschafft! Im Finale beginnt der Wettkampf wieder bei null und alles ist möglich.

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Mit vier Finaltreffern nach der ersten Serie lag Tom ringgleich mit dem Russen, Aleksandr Macharev in Führung. Dann ein paar schwächere Serien. Gegen Ende des Finales wieder besser, hat es letztendlich für den dritten Gesamtrang gereicht. Aleksandr Macharev hat ein souveränes Finale geschossen und sein Sieg war praktisch nie gefährdet. Der Schweizer Roger Bollinger hat uns alle überrascht und verdient die Silbermedaille gewonnen.

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Im abschließenden Bewerb 10 m Luftpistole am Freitag, erreichte Rene mit 552 Ringen in der Qualifikation den elften Rang. Zum Finaleinzug wären 558 Ringe nötig gewesen. Es war aber im Vorfeld schon klar, dass für Rene in diesem Bewerb das Erreichen des Finales schwierig werden würde. „Die 552 Ringe mit der LP1 waren höher als ich je bei einer Staatsmeisterschaft erreicht habe und so gesehen kann ich mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden sein.“

Rene (links) und der Gewinner der Silbermedaille, Laurent Karl Stritt aus der Schweiz

Rene (links) und der Gewinner der Silbermedaille, Laurent Karl Stritt aus der Schweiz

 

Dietmar Keutschegger konnte in keinem Bewerb an den Start gehen. Seine beiden Pistolen / Sportwaffen und auch seine Munition wurden vom Österreichischen Zoll in Wien zurückbehalten und folglich auch nicht nachgesendet.

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Für mich ist immer noch die Frage nicht restlos geklärt, ob vom Österreichischen Zoll richtig gehandelt wurde oder ob es gegen uns eine unnötige Schikane war, die uns nur massiv Probleme und Schwierigkeiten bereitet hat.

Es war sportlich gesehen eine wirklich erfolgreiche Meisterschaft für den BM.I-Leistungskader. Unsere Ziele wurden klar erreicht und im Bewerb Schnellfeuerpistole mit der Medaille sogar übertroffen. Zur Erinnerung –  die letzten Medaillen bei einer EPM in den ISSF-Bewerben gab es für den ÖPOLSV vor 14 Jahren in Moskau durch Alois Fink und Christine Zott (nun verheiratete Kircher). Eine lange Durststrecke ging in Kasan für uns zu Ende.

Eindrücke vom Abschlussabend ….

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Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Bereits in zwei Jahren folgt die nächste EPM Schießen. Diese veranstaltet Deutschland in Suhl / Thüringen. Wie wir die deutsche Gründlichkeit kennen, können wir uns da wieder auf eine wirklich tolle EPM freuen.

S. Reischl