Volleyball

Erfolgreiche Quali für die EPM Herren

Vier Jahre nach der letzten EPM Herren in Frankfurt/Deutschland findet die Nächste Ende Mai 2017 in Varna/Bulgarien statt. 14 Nationen haben für diesen Bewerb genannt, 8 davon können bei der Endrunde dabei sein. Aus diesem Grund wurde ein Qualifikationsmodus gewählt, welcher dem Veranstalter und regierendem Europameister Bulgarien, sowie dem Zweitplatzierten Deutschland einen Fixplatz garantiert. Die übrigen 12 Nationen wurden in 4 Qualifikationsgruppen gelost. Die jeweiligen Gruppensieger, sowie die beiden bestplatzierten Gruppenzweiten lösen dann ebenfalls ihr Ticket für die Endrunde.

Als Zeitraum für die Abhaltung der Qualifikationsturniere wurde 1.1. – 27.2.2017 festgelegt.

Österreich wurden im Rahmen der Auslosung, welche während der EPM Frauen in Kazan im Mai 2016 stattfand, Italien und Norwegen zugelost. Als Veranstalter des Qualifikationsturniers meldete sich Italien. Beide Nationen waren für uns völlige Unbekannte und somit eine realistische Einschätzung der Chancen nicht möglich.

Im Hinblick auf 2017 waren die letzten Jahre nicht tatenlos vergangen, vielmehr wurde über das „wer kennt wen“ Prinzip und Mundpropaganda eine ganze Liste von Spielern, welche eventuell in Frage kommen zusammengetragen.

Im November 2016 gab es dann beim JUFA Bleiburg ein Sichtungstraining aus dem heraus sich der aktuelle Kader bildete. So blieben von 2013 lediglich 4 Spieler über, das Durchschnittsalter sank auf 25 Jahre und die durchschnittliche Körpergröße stieg um viele Zentimeter. Ein Umstand der berechtigt Hoffnung auf eine erfolgreiche Qualifikation machte.

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stehend: Wolfgang Schmerlaib (Coach), Marcus Guttmann, Armin Ortlieb, Manuel Hüttmair, Lukas Wiesinger, Lukas Schmerlaib, Harald Bergner, HP Rappelsberger (FR); kniend: Sebastian Huf, Jürgen Obergruber, Roland Kostanjevec, Alexander Gasser; liegend: Rene Decrinis

Weniger erfreulich dagegen war der Umstand, dass wir den Quali-Termin sehr kurzfristig und erst auf Nachfragen bei der USPE in Erfahrung bringen konnten. Das entsprechende E-Mail erreichte uns am 12.12.2016 und Termin war 6.-9.1.2017. Mühsam war es dann auch die richtige Ansprechperson beim Veranstalter und die genauen Details zum Turnier heraus zu finden. Immerhin wussten wir dann am 20.12. wohin genau die Reise am 6.1. gehen wird.

Aufgrund des Qualifikationstermins blieb auch für die unmittelbare Vorbereitung lediglich der Zeitraum 3.-5. Jänner, wo wir glücklicherweise für die Weiterreise nach Italien auch geografisch günstig gelegen, wieder das JUFA Bleiburg nutzen konnten.

Unser Team traf somit am 3.1.2017 erstmalig komplett in Bleiburg zusammen. Die folgenden Tage wurden intensiv für die Findung einer Stammformation, sowie entsprechende Regenerationsmaßnahmen genutzt. Die Stimmung in der Mannschaft war dabei sehr positiv und jeder war mit größtmöglichem Einsatz bei der Sache. Das JUFA Bleiburg bietet ja nicht nur entsprechende Unterkunft, sondern die unmittelbar daneben befindliche Sporthalle ist auch die Heimstätte des österr. Vizemeister im Volleyball Aich/Dob. Somit hatten wir neben perfekten Trainingsbedingungen und Testspielgegner auch die Möglichkeit live beim Europacupspiel zwischen Aich/Dob und dem französischen Vertreter Arago de Sette dabei zu sein. Aich/Dob siegte 3:1.

Jetzt ist es auch mal Zeit ein großes Danke an unseren Physiotherapeuten und Masseur Tom Kratky, der seine Freizeit opferte und mit Privat-PKW für eine Kurzvisite in Bleiburg vorbeischaute, auszusprechen. So konnte das eine oder andere kleine Wehwehchen noch vor der Abreise nach Italien behandelt werden. Im Namen der Mannschaft, Danke Tom!

Unmittelbar nach dem Frühstück fuhren wir dann am 6.1. mit dienstlichen KT´s, welche wir dankenswerterweise nutzen durften via Klagenfurt – Villach – Udine – Padua – Bologna, nach Riccione, wo wir gegen 14.00 Uhr in unserer Unterkunft, Hotel Relax, eintrafen. Trotz der sehr kleinen Zimmer, mehr als eine Badehose braucht man hier sonst scheinbar nicht, war der Aufenthalt und insbesondere das Essen ok.

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Blick Richtung Norden, Rimini

Während in Österreich bis zu zweistellige Minusgrade vorherrschten, gab es hier an der vor allem vom Sommertourismus geprägten Adriaküste zarte Plusgrade, welche aufgrund des Windes jedoch ebenfalls etliche gefühlte Minusgrade ergaben. Neben den unangenehmen Temperaturen wirkte Riccione zusätzlich wie eine Geisterstadt. Geschätzte 90% der Hotels, Verkaufsgeschäfte, Restaurants, etc…, geschlossen und dies bei von Rimini über Riccione bis Catolica rund 20 km durchgehender Hotelverbauung an der Küste. Immerhin konnte man den Strand, welcher in den Sommermonaten mit Armeen von Liegestühlen, Sonnenschirmen und Touristen zugepflastert ist, genießen.

Blick Richtung Süden, Catolica

Blick Richtung Süden, Catolica

Am Tag unserer Ankunft hatten wir dann nachmittags noch die Möglichkeit zu einer lockeren Trainingseinheit in der Wettkampfhalle. Diese nutzten wir zum Auslockern und Akklimatisieren. Der Halle, welche nur wenige Fahrminuten vom Hotel lag, sah man schon von Außen die vielen Jahre ihres Bestehens an. Innen war sie zwar auch nicht jünger, jedoch in einem guten Zustand, wobei man erwähnen muss, dass hier aufgrund der Wettkampfordnung der USPE, Abmessungen, vor allem Hallenhöhe passte nicht, eigentlich kein Qualifikationsspiel stattfinden hätte dürfen. In Unruhe versetzte uns dieser Zustand jedoch nicht. Auch die Akkreditierung der Spieler mit von unserer Seite gut vorbereiteter Unterlagenmappe verlief problemlos.

Nach dem Abendessen fand dann noch in der örtlichen Station der „Polizia Municipale“ das technische Meeting statt.

Eröffnungszeremonie

Eröffnungszeremonie

Eröffnungszeremonie

Eröffnungszeremonie

Der Samstag begann mit einem guten Frühstück und anschließender offizieller Eröffnung in der Wettkampfhalle, ehe um 10.30 Uhr unser erstes Spiel gegen Italien angepfiffen wurde. Bereits beim Aufwärmen machte sich Optimismus breit. Das italienische Team, welches von Kollegen der „Policia Lokale“ gebildet wurde, war unserem an Körpergröße und Athletik deutlich unterlegen. Zusätzlich waren die Italiener auch um einiges älter. Somit war es dann auch nicht unerwartet, dass wir den ersten Satz mit 25:14 deutlich für uns entscheiden konnten. Ärgerlicher war dann hingegen, dass wir im 2. Satz trotz anfänglich deutlicher Führung nach- und Italien somit im Spiel beließen. Das knappe Ergebnis von 29:27 war kein Ruhmesblatt. Im 3. Satz lief es dann zwar wieder etwas besser, aber die Leistung vom Spielbeginn war dennoch in weiter Ferne. Nichts desto trotz gewannen wir auch diesen Satz, diesmal 25:21 und das Spiel verdient mit 3:0.

Team Italien

Team Italien

Jetzt galt es dieses Spiel abzuhacken und konzentriert an die Aufgabe Norwegen heran zu gehen. Das wir beide Spiele an einem Tag hatten, war auf den ersten Blick vielleicht kein Vorteil, weil körperlich sehr anstrengend, jedoch konnte man sich in Ermangelung von zuvor gesehenem völlig unbeeinflusst auf das jeweilige Spiel vorbereiten. Die Norweger hingegen hatten sich, verständlich, alle Mühe gegeben unser Spiel gegen Italien zu Analysieren und für sich daraus einen Vorteil zu ziehen.

Team Norwegen

Team Norwegen

Nach den von der USPE vorgegebenen min 5 Stunden Pause zwischen Ende von Spiel 1 und Beginn von Spiel 2 bekam Norwegen dann jedoch die Rechnung für unsere nicht ganz so glorreiche Vorstellung vom Vormittag präsentiert. Allein der Anblick des ebenfalls mit jungen Spielern bestückten skandinavischen Teams pushte unsere Burschen nochmal und so gab es von Beginn an kein Zögern und Zaudern, sodass die Vormittagsanalyse der Nordmänner vermutlich das Papier nicht mehr wert war, auf dem sie geschrieben stand. Nach einer Lehrstunde in Satz 1, 25:13, wurden auch die weiteren Sätze mit 25:16 und 25:21 klar zu unseren Gunsten entschieden.

Team-Spirit auf dem Feld

Team-Spirit auf dem Feld

Somit stand Österreich als Gruppensieger fest und war fix für die Endrunde in Bulgarien qualifiziert. Der 3:0 Sieg der Norweger gegen Italien tags darauf, änderte da nichts mehr.

Im Anschluss an das Sonntagsspiel hatten die Italiener dann einen Ausflug in das malerische Dörfchen Mondaino im hügelliegen Hinterland organisiert. Neben einer Führung durch die Ortschaft besichtigten wir auch eine alte Käserei inkl. entsprechender Verkostung und der Möglichkeit zum Erwerb kulinarischer Mitbringsel aus der Region Emilia Romagna.

Kulturgenuss

Kulturgenuss

Abends gab es dann noch ein Galadinner im Hotel, welches für unser Team jedoch sehr bald vorbei war, immerhin standen am Montag einige hundert Kilometer Heimreise via Salzburg bis Innsbruck und nach Wien auf dem Programm.

Als Resümee muss man sagen, dass wir unsere Qualifikationsgruppe, als klar stärkstes Team, verdient gewonnen haben und uns jetzt ganz gezielt auf die Endrunde vorbereiten können. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal für den persönlichen Einsatz aller Beteiligten bedanken.

Der Fachreferent