Volleyball

EPM Volleyball Damen

18. – 25. Mai 2016 Kazan/Russland

Das österreichische Polizei Volleyballteam der Damen nahm nach erfolgreicher Qualifikation im Juni 2015 in der Zeit von 18. – 25. Mai 2016 an der EPM in Kazan/Russland teil.

Team Österreich: stehend von li: Ella, Birgit,

Team Österreich

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von li: Jacqui, Schmerli, Julia, Conny, Steffi „Tochter“, Resi, Meli, Birgit, Ella, Karin und Steffi

Ursprünglich hätte die EPM bereits im Herbst 2015 in St.Petersburg stattfinden sollen. Dies kam jedoch aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen dem russischen Verband und der USPE nicht zustande.

Lange Zeit waren wir daher im Ungewissen, ob und wenn wann und wo die ausgeschriebene EPM überhaupt stattfindet.

Als dann im Februar dieses Jahres endlich die offizielle Einladung eintraf, galt es in kürzester Zeit wieder ein schlagkräftiges Team zusammen zustellen, ein Trainingslager, sowie die Reise nach Russland inkl. Visa zu organisieren.

Das Team musste sich neu Formieren. Die lange Ungewissheit hatte dazu geführt, dass einige Spielerinnen ihre Prioritäten neu gesetzt hatten und nun nicht mehr zur Verfügung standen. Hinzu kamen eine langwierige Rückenverletzung, sowie bei zwei Spielerinnen kurzfristig persönliche Gründe. Alles in allem keine einfache Situation.

Durch die gute Zusammenarbeit mit Ella Raiber, Trainerin bei Union West Wien, war es wenigstens möglich einige junge motivierte Kolleginnen, welche bereits auf der Liste des Fachreferenten standen zu scouten. So gelang es mit Stefanie Lettner und Julia Promberger, noch 2 kadertaugliche Spielerinnen zu gewinnen.

Das gesamte Team, 9 Spielerinnen und 3 Betreuer, traf sich dann schließlich am 17.5.2016, um 22.00 Uhr, auf dem Flughafen Schwechat um die Herausforderung EPM in Angriff zu nehmen. Der Abflug erfolgte am 18.5., um 00.30 Uhr.

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Mit der Aeroflot ging es via Moskau nochmal rund 800 km nach Osten in die Hauptstadt der Republik Tartastan, Kazan. In dieser bei uns mittlerweile als Sporthochburg der russischen Föderation bekannten 1,5 Millionen Einwohner Metropole sollten die Titelkämpfe stattfinden.

Unser Team war, wenn auch mit etwas gewöhnungsbedürftigem Essen, im Ibis Kazan recht komfortabel untergebracht und nutzte den Ankunftstag neben der verpflichtenden Akkreditierung durch den USPE Delegierten Eric Zancanaro auch dazu das Schlafdefizit, bzw den Jetlag, in den Griff zu bekommen. Coach Wolfgang Schmerlaib und Assistentin Ella Raiber mussten dann abends noch beim technischen Meeting teilnehmen. Ella, kasachische Stb und deshalb der russischen Sprache mächtig, lebt seit vielen Jahren in Österreich und ist hier als Volleyballtrainerin tätig. Sie hatte unseren Coach auch bei der erfolgreichen Quali vertreten. Eine willkommene Unterstützung.

Donnerstag den 19.5. standen dann je eine Stunde Training pro Nation in der Wettkampfhalle auf dem Programm.

Es war ein tolles Gefühl im supermodernen St.Petersburg Volleyballzentrum des aktuellen russischen Meisters und Championsleague Sieger, VK Zenit Kazan, spielen zu können.

Leider hielt die Euphorie nicht lange an, denn unsere Mittelblockerin Stephanie Schneider überknöchelte ohne Fremdeinwirkung und musste das Training frühzeitig abbrechen. Durch die ständige Betreuung unseres Physio Thomas Kratky war sie zwar in der Lage, eingeschränkt, aber doch am Turnier teil zu nehmen. Eine medizinische Untersuchung nach der Rückkehr in ihrer Heimat Vorarlberg ergab, einen Bändereinriß.

Autsch

Autsch

Freitag den 20.5. begann dann nach einer eindrucksvollen Eröffnungszeremonie organisiert vom Veranstalter, Polizeisportverband Dynamo Tartastan, das Turnier.

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Wir waren in eine Gruppe mit Russland, Frankreich und Großbritannien gelost worden. Die zweite Gruppe bestand aus Tschechien, Deutschland, Finnland und der Slowakei.

Vor Turnierbeginn haben wir uns gegen GBR und Frankreich durchaus Chancen ausgerechnet. Leider gelang es uns nicht diese auch tatsächlich zu nutzen.

In Spiel 1 gegen GBR waren wir zwar immer knapp dran, mussten dennoch eine bittere 1:3 (23:25, 23:25, 25:17, 21:25) Niederlage einstecken. Irgendwie bekam unser Team die Nervosität nie richtig in den Griff. Vielleicht spielte da auch die Verletzung einer wichtigen Spielerin mit. Auffallend war, dass Annahme und Defensive rund um Neo-Libera Julia Promberger sehr gut funktionierten, dann jedoch gingen uns ein wenig die Ideen aus und wir konnten einfach zu wenig gute Angriffe zu Ende spielen. Am Bemühen der Mädels lag es sicher nicht, vielleicht eher daran, dass uns gemeinsame Trainingseinheiten als Team fehlten.

"Tochter" trotz verletztem Knöchel im Einsatz

Steffi trotz verletztem Knöchel im Einsatz für ihr Team

Meli mit wuchtigem Angriff

Meli mit wuchtigem Angriff

Ein wenig deprimiert gingen wir dann tags darauf in Spiel 2 gegen Frankreich. und konnten nie wirklich unser volles Potential ausschöpfen. Auf gute Aktionen folgten einfache Fehler und Abstimmungsprobleme. Von der Bank aus versuchten Coach Schmerli und Ella alles um den Mädels Selbstvertrauen zu geben, leider vergeblich. So ging auch dieses Spiel, 0:3 (17:25, 13:25, 19:25) verloren.

Karin beim Aufspiel

Karin beim Aufspiel

Nachmittags gab es dann eine organisierte Stadtführung, welche zu unserer Freude in Deutsch statt fand. Besucht wurden das seit dem Jahr 2000 UNESCO Weltkulturerbe, Kreml von Kazan. Aber auch die Kul Scharif Moschee, zweitgrößte in Europa und Zentrum des russischen Islam, standen auf dem Plan. Insgesamt ein sehr schöner Ausflug mit ordentlich Fotomotiven.

Kremlmauer

Kremlmauer

Regierungsviertel

Regierungsviertel

unsere "muslimischen" Frauen vor der Moschee

unsere „muslimischen“ Frauen vor der Moschee

Prinzessinnen beim Sightseeing

Prinzessinnen beim Sightseeing

Turniertag 3 brachte uns den großen Favoriten Russland. Von Beginn an war klar, dass die angeschlagenen Spielerinnen pausieren würden, denn hier gab es definitiv nichts zu holen. Das Ergebnis von 0:3 (7:25,17:25, 11:25) war völlig nebensächlich. Viel mehr galt es Kräfte zu sparen und unserem unermüdlichen Physio Tom nicht noch weitere Arbeit zu beschaffen.

Theresa bei der Annahme

Theresa bei der Annahme

Das Kreuzspiel gegen den alten bekannten Finnland, es war bereits das dritte Aufeinandertreffen in Quali oder EPM seit 2013, brachte leider auch das bekannte Ergebnis. Wir konnten zwar phasenweise ganz gut mitspielen, waren im Endeffekt, aber ohne Chance auf einen Satzgewinn. Ergebnis 0:3 (13:25, 13:25, 13:25)

Doppelblock,

Doppelblock

Trotz des bisher nicht zu unseren Gunsten verlaufenen Turniers, waren wir überzeugt uns im  letzten Spiel, Platzierungsspiel, an GBR für die Auftaktniederlage revanchieren zu können. Es war von Beginn weg eine Nervenschlacht. Unsere Mädels warfen alles was sie noch hatten in die Wagschale und konnten dadurch einen 2 Satz Rückstand, 19:25 und 31:33 mit 25:23 sowie 25:13 egalisieren. Doch als man dachte jetzt wäre der Gegner gebrochen, schlich sich bei uns der Fehlerteufel ein und wir mussten den entscheidenden 5. Satz mit12:15 abgeben. Die wohl bitterste aller Niederlagen war besiegelt. Trotz einem Plus an Punkten 112:109, blieb uns nur der enttäuschende 8 Gesamtrang.

Auch wenn´s sportlich nicht so lief, mit Dolmetscherin Ella, war Coach Schmerli ein begehrter Interviewpartner für die russischen Medien

Auch wenn´s sportlich nicht so lief, mit Dolmetscherin Ella, war Coach Schmerli ein begehrter Interviewpartner für die russischen Medien

Wie ein roter Faden zogen sich unsere Probleme durch Vorbereitung und Finalturnier. Absagen von Spielerinnen, Verletzungen, fehlendes Spielglück und Selbstvertrauen.

Um so mehr im Fokus stand unser Team dann beim Abschlussabend. Tracht kommt einfach immer gut an.

Team Austria als optisches Highlight

Team Austria als optisches Highlight

Abschließend muss man festhalten, dass Dynamo Tartastan eine würdige EPM veranstaltete. Aus unserer Sicht leider um 8 Monate zu spät. Hier ist die USPE gefordert, so etwas in Zukunft zu verhindern. Es muss für Fachreferent und Spieler-/Innen einfach eine entsprechende Terminsicherheit geben. Denn nur so kann man sich ordentlich vorbereiten.

Siegerehrung

Siegerehrung

Ergebnis: 1. Russland, 2. Deutschland, 3. Tschechien, 4. Frankreich, 5. Finnland, 6. Slowakei, 7. GBR, 8. Österreich

Der Fachreferent